Sportpark in Esslingen Große Chance für den FC Esslingen

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Die Stadt verlegt einen Sportplatz in Weil zugunsten von Wohnbebauung. Die Entscheidung war knapp.

Der neue Sportpark bedeutet Rückenwind für den FC Esslingen. Foto: Horst Rudel
Der neue Sportpark bedeutet Rückenwind für den FC Esslingen. Foto: Horst Rudel

Esslingen - In einer Kampfabstimmung hat der Esslinger Gemeinderat am Montag das Konzept für den neuen Sportpark in Weil beschlossen, und das mit einer dünnen Mehrheit von nur drei Stimmen. Für das Konzept hatten die SPD, die FDP und die CDU gestimmt, dagegen waren die Freien Wähler und die Grünen. Freilich waren sie nicht grundsätzlich gegen den Plan, aber es waren die Details, in denen für die Gegner der Teufel steckte, so dass sie nicht zustimmen mochten.

Rege Bautätigkeit

Der Zuwanderungsdruck veranlasst die Stadt Esslingen zu einer regen Bautätigkeit. Als künftiges Baufeld hat die Stadtverwaltung unter anderem den Sportplatz des VFL Post identifiziert, der direkt neben der B 10 und dem Neckarcenter im Stadtteil Weil liegt. Hier will die Stadt ambitioniert planen. Umrahmt von einem U-förmigen Riegel aus Mehrfamilienhäusern sollen sich in der Mitte Einfamilienhäuser mit Garten erheben. Insgesamt, so plant die Stadt, könnten hier einmal 184 Wohnungen und Häuser entstehen. Dieses Baugebiet ist am 5. Juli im technischen Ausschuss besprochen und für gut befunden worden.

Für das neue Baugebiet muss der Sportplatz des VFL Post verlegt werden. Hierfür gibt es eine Lösung, die allerdings 4,3 Millionen Euro teuer ist. Etwa 500 Meter Luftlinie davon entfernt ist das Eberhard-Bauer-Stadion mit seinen Sportstätten und hier plant die Stadt einen regelrechten Sportpark: Zu den zwei schon vorhandenen Plätzen wird die Stadt einen dritten Platz anlegen.

Ein Platz bekommt Kunststoffrasen, damit die Esslinger Vereine auch bei Regenwetter gut trainieren können. Mehrere Flutlichtmasten werden das Gelände erhellen. Außerdem wird die Eberhard-Bauer-Sporthalle in eine Mehrzweckhalle umgebaut. Das kostet einen großen Batzen extra. Die Stadt rechnet mit 7,7 Millionen Euro, wovon der Bund etwa 3,2 Millionen zuschießen würde.

Mit der Finnenbahn auf Trab

Als weiterer Pluspunkt für Menschen, die überwiegend sitzender Tätigkeit nachgehen: Der Sportverein SV 1845 plant auf dem Gelände eine etwa ein Kilometer lange Finnenbahn, auf der man bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit gut und sicher joggen kann. Denn in dem Konzept ist ein großer Bereich für den Jedermann-Sport eingeplant, damit auch die Öffentlichkeit an den Investitionen der öffentlichen Hand teilhaben kann.

Der Sport- und Kulturbürgermeister Markus Raab und Richard Kramartschik, Sprecher der SPD-Fraktion, sehen vor allem in dem zentralen Sportpark eine Perspektive für die mühsamen Schritte hin zum FC Esslingen, der den Fußball und damit den Namen Esslingens in höhere Ligen tragen könnte. Denn bisher ist der Esslinger Fußball in mehreren Vereinen organisiert, eine allmähliche Fusion, wie es bereits im Jugendfußball geschieht, könnte hier die Talente bündeln, und ein gemeinsames Sportgelände könnte weiter dazu helfen.

Den freien Wählern war in dem Konzept die finanzielle Frage noch nicht ausreichend beantwortet, und sie hätten deswegen gerne einen Grundsatzbeschluss gehabt, was die Finanzen anbelangt. Den Grünen ist der öffentliche Teil des Sportparks zu klein geraten und auch für die Linken gibt es zu wenig öffentliche Flächen auf der Südseite des Neckars.




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