Sportpark Weil Großes Programm zum offiziellen Start

Platz für Sport, zum Turnen und Toben ist drinnen ebenso wie im Freien. Die Kidsgruppe der Karnevalsfreunde findet problemlos einen Ort, um sich warm zu machen. Foto: Kerstin Dannath

Zwei Tage lang wird der Sportpark Weil gefeiert. Er ist so konzipiert, dass ihn sowohl Sportlerinnen und Sportler nutzen können als auch Menschen, die sich einfach nur dort aufhalten wollen. Ein Knackpunkt bleiben die Parkplätze.

Esslingen - Der Sportpark Weil ist mit einem zweitägigen Fest offiziell eröffnet worden. Zwar hat es nicht geklappt, dass die beiden Kaltlufthallen ebenfalls fertiggestellt sind; der Feierlaune tat das aber keinen Abbruch. „Rom ist auch nicht an einem Tag gebaut worden“, sagte die Vorstandsvorsitzende Margot Kemmler von der SV 1845 Esslingen. Seine Feuertaufe hat das 65 000 Quadratmeter große Gelände bereits Ende Juli mit dem EZ-Fußballpokal bestanden, jetzt gelte es, den Sportpark mit Leben und Sport zu füllen.

 

Am Eröffnungswochenende ist das schon gut gelungen – 33 Vereine, Institutionen und Gruppierungen aus Esslingen und der Region feierten mit der SV 1845 und dem FC Esslingen (FCE), die eigens für den künftigen Betrieb eine Gesellschaft gegründet haben. Den Anfang machte mit einem lautstarken Böller-Salut der Schützenverein Wernau.

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Das 15-Millionen-Euro-Projekt sei ein Leuchtturmprojekt und richtungsweisend für die Zukunft des Sports, und zwar nicht nur in Esslingen, sagte Kemmler. Auch Yalcin Bayraktar, der Bürgermeister für Ordnung, Soziales, Bildung und Sport, würdigte den besonderen soziokulturellen Stellenwert des Projekts: „Der Sportpark Weil ist zentraler Bestandteil der Sportstättenentwicklung der Stadt.“ An keiner anderen Stelle habe die Stadt im abgelaufenen Jahrzehnt soviel Geld in die Sportstätteninfrastruktur investiert wie hier – in Zeiten knapper Kassen sei das ein gewaltiger finanzieller Kraftakt gewesen. Mit der Konzeption eines offenen Geländes für Sportler und Bürger gehe die Stadt neue Wege: „Das war von Anfang an das Ziel des Gesamtprojekts. Eine Sportstätte neu zu definieren, die weit über den reinen Leistungssport hinausgeht“, sagte Bayraktar.

Einladend auch für Nicht-Sportler

Was den Sportpark so besonders macht: Neben der großen Multifunktions-Sporthalle, einigen Fußballfeldern, Tennisplätzen und den beiden Freilufthallen soll die parkähnliche Anlage mit einem attraktiven Spielplatz inklusive Kletterwänden und offenen Beachvolleyballfeldern auch Nicht-Sportler zum Aufenthalt einladen. „Wir hoffen, dass der Sportpark mit seinem Angebot in seiner ganzen Breite auch von den Bürgern angenommen wird“, sagte Margot Kemmler.

Bayraktar betonte das enorme soziale Potenzial dieses Ansatzes, und zwar nicht nur für den Stadtteil Weil, sondern für ganz Esslingen. Auch die eigens in der Sporthalle ausgewiesenen Sozialräume tragen dazu bei: Sie sollen der Integration und Inklusion sowie der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit dienen. Die Räume können von allen nicht kommerziellen Organisationen, Vereinen sowie Privatpersonen gemietet werden. „So öffnen sich ganz neue Wege für ein großes Miteinander weiterer Nutzergruppen“, sagte der Bürgermeister.

Eine Art Wohngemeinschaft

Für Nicolas Fink, SPD-Landtagsabgeordneter und stellvertretender FCE-Vorsitzender, ist der Sportpark eine neue Heimat geworden. Der FCE lebe nun in einer Art Wohngemeinschaft mit der SV 1845, was gut funktioniere: „Um unser gutes und vertrauensvolles Miteinander beneiden uns viele.“ Fink versprach, dass die FC-Fußballer alles dafür tun werden, dass die Solidarität unter den beiden Vereinen weiter wächst: „Bei uns beim FCE ist es egal, wo jemand herkommt, wie jemand aussieht oder was für eine Religion er hat – wir halten zusammen. Und diesen Gemeinsinn wünschen wir uns weiterhin für die Zukunft des Sportparks Weil.“ Auch Kurt Ostwald richtete als Präsident des Sportkreises Esslingen ein Grußwort an die Betreibervereine und zeigte sich beeindruckt: „Das ist ein richtig toller Park.“

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Einziger Wermutstropfen: Das Eröffnungsfest zeigte einmal mehr, dass die Parkplatznot rund um das Gelände groß ist. Zwar gab es für die beiden Tage eine Sondergenehmigung, entlang der Weilstraße zu parken, ebenso im benachbarten Neckarcenter. Aber schon vor dem offiziellen Beginn am Samstag war ein munterer Parksuchverkehr zu beobachten. „Im Normalbetrieb reichen die bestehenden Parkplätze gerade so aus“, gab Kemmler zu. Sie hofft, dass hier eventuell noch einmal nachgebessert wird und dass es auch bei künftigen Großveranstaltungen keine Probleme mit einer Genehmigung zum Parken entlang der Weilstraße gibt. Denn reguläre Parkplätze stehen am Sportpark gerade einmal 47 zur Verfügung; ursprünglich waren 100 geplant gewesen, die Hälfte der Flächen fiel aber dem Rotstift zum Opfer.

Die größte Einzelinvestition der Stadt in den Sport

Geschichte
 Im Esslinger Sportentwicklungsplan wurde 2001 erstmals die Idee formuliert, das Eberhard-Bauer-Stadion zu einem Sportpark umzugestalten. 2015 wurden die Pläne konkreter. Zunächst wurde die Sporthalle umgebaut und saniert. Nach deren Fertigstellung folgte im Februar 2020 der Spatenstich für das Außengelände, das nun fertiggestellt wurde.

Kosten 15 Millionen Euro hat der Umbau inklusive Sporthalle gekostet – die größte Einzelinvestition der Stadt Esslingen in den Sport. Den größten Batzen mit rund neun Millionen Euro verschlang der Umbau der Eberhard-Bauer-Halle, der Rest verteilt sich auf Außenanlagen und die Freilufthallen. Letztere sollen im Laufe dieses Jahres fertig werden.

Namensfindung Leserinnen und Leser der Eßlinger Zeitung hatten 138 Namensvorschläge eingereicht. Eine Jury aus Stadtverwaltung, Sportverband Esslingen, der SV 1845 Esslingen, dem FCE und der EZ traf eine Vorauswahl. Das letzte Wort hatten im Mai die Gemeinderäte: Sie votierten für den Arbeitstitel „Sportpark Weil“ und gegen „Neckar-Sportpark Esslingen“.  

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