Sportsfreund des Tages Robin Gosens – der Psychologe

Liest gerne Bücher und studiert fleißig: Robin Gosens Foto: Pressefoto Baumann
Liest gerne Bücher und studiert fleißig: Robin Gosens Foto: Pressefoto Baumann

Neben Siegen und Niederlagen gibt es in der Welt des Sports auch reichlich Absurdes, Seltsames und Lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: der Fußballer Robin Gosens.

Sport: Dominik Ignée (doi)
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Stuttgart - Eigentlich haben Fußballer ein schönes Leben. Sie sind berühmt und haben viel Geld. Wenn da nur nicht der Lagerkoller im Hotel wäre, diese fürchterliche Phase des Leerlaufs und die Frage, was zu tun ist. In der Nationalmannschaft etwa gab es Generationen, die sind einfach über den Zaun gestiegen und um die Häuser gezogen. Auch das ewige Skatkloppen hat nicht glücklich gemacht, ganz zu schweigen von Binokel-Runden bis tief in die Nacht. Heute daddelt das kickende Personal am Handy herum. Oder es malträtiert den Joystick der Spielkonsole so lange, bis es an den Fingern fiese Blasen gibt.

Auch Uni-Stoff ist dabei

Der Nationalspieler Robin Gosens ist anders als die anderen: Er liest ein Buch. Ein oder zwei Bücher habe er immer Gepäck, sagt er. Auch Uni-Material ist oft dabei. Gosens sitzt dann im Hotelzimmer an Hausarbeiten oder erledigt andere Aufgaben. „Für mich steht fest, dass ich mit dem Fußball erst mal nichts mehr an der Mütze haben will, wenn das hier vorbei ist“, sagte der Linksverteidiger von Atalanta Bergamo dem Sender Sport 1. Stattdessen will Gosens sein Bachelorstudium abschließen – und dann seinen Master in Sportpsychologie noch drauflegen. Weil der 26-Jährige den Druck im Profifußball kennt, will er Leuten helfen, die mit dem Druck im Alltag nicht zurechtkommen. „Mentale Geschichten gefallen mir“, sagt er, überdies sei Selbstreflexion essenziell, um sich als Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

So ehrbar seine Absichten auch sind: Wenn er das alles seinem Zimmernachbarn erzählt, besteht die Gefahr, dass wieder einer über den Zaun steigt – diesmal mit der Spielkonsole unterm Arm.

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