Sportwetten und Automatenspiele Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Anbieter von Online-Glücksspielen

Die Unternehmen gehören laut Medienbericht zu den jeweiligen Marktführern in den verschiedenen Segmenten. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Die Unternehmen gehören laut Medienbericht zu den jeweiligen Marktführern in den verschiedenen Segmenten. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt gegen Anbieter von Online-Glücksspielen. Die Ermittler werfen den Unternehmen den Verdacht der Veranstaltung illegaler Glücksspiele vor.

Frankfurt - Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt gegen Anbieter von Online-Glücksspielen. Die Ermittler werfen den Unternehmen den Verdacht der Veranstaltung illegaler Glücksspiele vor, bestätigte eine Behördensprecherin der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ und des Norddeutschen Rundfunks (NDR) seien von den Ermittlungen Tipico, die Lottoland-Gruppe und ein Konzern in Skandinavien betroffen. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte diese Namen nicht. 

Die Unternehmen gehören laut Medienbericht zu den jeweiligen Marktführern in den verschiedenen Segmenten. Darüber hinaus werde gegen zwei Banken und ein Kreditkartenunternehmen wegen des Verdachts der Beihilfe zur unerlaubten Veranstaltung eines Glücksspiels ermittelt. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte diese Ermittlungen gegenüber AFP nicht. 

Tipico gehört laut „Süddeutscher Zeitung“ und NDR zu den größten Anbietern von Sportwetten und virtuellen Automatenspielen. Die Lottoland-Gruppe bietet unter anderem Wetten auf den Ausgang von Lotterien an. 

Online-Glücksspielmarkt stehe vor Liberalisierung

Außerhalb von Schleswig-Holstein sind Online-Casinospiele generell verboten. Laut „Süddeutscher Zeitung“ und NDR entstand um das Geschäft dennoch ein Milliardenmarkt. Die Ermittlungen seien bemerkenswert, weil der Online-Glücksspielmarkt vor einer Liberalisierung stehe. Im September hätten sich die Bundesländer auf eine Duldung von Online-Casino-Angeboten geeinigt. Wenn sich Anbieter an bestimmte Auflagen halten, sollen sie demnach nicht mehr von den Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder verfolgt werden. 

Das soll dem Bericht zufolge einen Übergang zu einem lizenzierten Online-Casino-Markt erleichtern, wie ihn der neue Glücksspielstaatsvertrag vorsieht. Dieser solle von Juli 2021 an gelten. Zuvor müssen dem Regelwerk allerdings noch mindestens dreizehn Landesparlamente zustimmen.

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