Staatstheater Stuttgart Ende der Sanierung nicht in Sicht

Wie lange die Sanierungen im Schauspielhaus noch dauern, ist nicht bekannt. Foto: dpa
Wie lange die Sanierungen im Schauspielhaus noch dauern, ist nicht bekannt. Foto: dpa

Ministerpräsident Kretschmann spricht von einem „Debakel“. Nun soll zügig nach einem Ausweichquartier gesucht werden.

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Stuttgart - Die Probleme bei der Sanierung des Stuttgarter Schauspielhauses reißen nicht ab. Ein konkreter Termin für das Ende der Modernisierung ist derzeit nicht abzusehen. „Im Augenblick kann niemand eine definitive Aussage machen, wie lange die Bauarbeiten dauern“, sagte Schauspielintendant Hasko Weber am Dienstag.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach von einem „Debakel“. Es lasse sich aber noch nicht sagen, wer dafür verantwortlich sei.

Der Ministerialdirektor im zuständigen Landesfinanzministerium, Wolfgang Leidig, sagte, bis ein neuer Bauplan entworfen sei, „brauchen wir ein Stück Zeit“. Ein genaues Datum nannte er nicht. Am Montag hatte er gesagt, dass die Bauarbeiten im August beginnen und rund sechs Monate dauern sollen. Intendant Weber kritisierte, im Januar sei ein Bauplan bis Ende Februar versprochen worden.

Die Sanierung des Schauspielhauses hatte sich wegen zahlreicher Pannen immer wieder verzögert. Im Februar war das Theater nach 18 Monaten wiedereröffnet worden. Wegen neuer Probleme kündigte das Staatstheater jedoch die erneute Schließung an. Im März hatte das Theater vorgeschlagen, direkt vor dem Schauspielhaus ein Zelt zu errichten, in dem die Theaterstücke während der Bauphase aufgeführt werden könnten.

Suche nach einem Ausweichquartier

Weil sich dieser Vorschlag jedoch als zu aufwendig und zu teuer erwiesen habe, werde das Theater in den nächsten zwei Wochen nach Alternativen suchen, sagte Schauspielintendant Weber am Dienstag. Möglich seien „andere Theater oder Kinos oder ich weiß nicht was“. Zwar gebe es in Stuttgart nur wenige ungenutzte Räume, aber „es bleibt uns im Augenblick nichts anderes übrig“.

Er wolle den Schauspielern möglichst bald eine sichere Perspektive geben, sagte Weber. „Ich hoffe, dass das Ensemble zusammenbleibt.“ Außerdem gehe es darum, das Stammpublikum zu halten und „in irgendeiner Weise in unsere nächste Spielzeit mitzunehmen“.

Mit den Pannen bei der Schauspielhaus-Sanierung will sich nach Aussage von Ministerialdirektor Leidig nun auch der Landesrechnungshof befassen. Er werde die Gründe für die Verzögerungen analysieren, in etwa zwei Monaten sei mit Ergebnissen zu rechnen.

Später werde das Land auch einzelne Bauunternehmen, die geschlampt haben sollen, zur Verantwortung ziehen, sagte Leidig. „Da gibt es sicherlich ein großes juristisches Nachspiel.“ Streit könnte das Land auch mit der Stadt Stuttgart bekommen, die laut Finanzierungsvereinbarung für die Hälfte der Kosten aufkommen soll. Leidig sagte, er gehe davon aus, dass es dabei bleibt.

Durch die Sanierung und damit verbundene Einnahmeverluste sind bis Mitte Februar schon 4,5 Millionen Euro an Kosten angefallen, sagte der Intendant des Staatstheaters Stuttgart, Marc-Oliver Hendriks. Eingeplant waren ursprünglich Gesamtkosten von 3 Millionen Euro. Durch ein Zelt als Ausweichquartier würden laut Hendriks weitere 3 Millionen Euro hinzukommen

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