Stadt Leonberg muss Bauprojekt verschieben Unterkünfte für Obdachlose frühestens 2025

Bauvorhaben: Hier, am östlichen Ende des Bahnhofs rechts der Gleise, soll irgendwann der Containerbau stehen. Foto: Simon Granville

Die Stadt muss bei einem geplanten Containerbauprojekt am Bahnhof auf die Bremse treten. Der Grund sind gewaltige Preissteigerungen im Bausektor, wie die Verwaltung angibt.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Die Stadt Leonberg muss bei einem geplanten Bauprojekt am Bahnhof neu denken. Die Mitglieder des Sozialausschusses waren sich am Mittwochabend darüber einig, die öffentliche Ausschreibung zum Neubau einer Unterkunft auf dem Gelände Bahnhofstraße 70 aufzuheben. Dort, in unmittelbarer Nähe der Gleise, hätte in Modulbauweise eine Containerunterkunft mit etwa 40 Wohnplätzen für alleinstehende Personen – Obdachlose oder Geflüchtete – entstehen sollen. Der Grund für die Entscheidung des Gremiums: Die Kosten für das Vorhaben sind förmlich explodiert.

 

Schon früh gab es den Hinweis, dass die Sache deutlich teurer werden könnte

Im Haushaltsplan 2023 waren knapp 1,4 Millionen Euro dafür veranschlagt, jedoch schon damals mit dem Hinweis, dass es am Ende deutlich teuer werden könnte. „Es kann zu Kostenabweichungen von bis zu 100 Prozent kommen“, hieß es einst. So ging bereits im Herbst 2023 ein beauftragtes Architekturbüro von rund zwei Millionen Euro aus, für Herstellung, Lieferung und Montage der Module sowie der zugehörigen Technik. Im November des vergangenen Jahres schrieb die Stadt das Projekt schließlich aus. Allerdings lag das günstigste Angebot, das binnen eines Monats einging, bei knapp 2,5 Millionen Euro und somit deutlich über allen kalkulierten Kosten. Abgegeben hatte es die Mannheimer Firma Losberger Modular Systems.

Die Stadt macht für die deutliche Budgetüberschreitung die fortlaufenden Preissteigerungen im Bausektor sowie die große Nachfrage in diesem speziellen Segment der Branche verantwortlich. Gleichzeitig war man bei der Kostenschätzung im Jahr 2022 noch davon ausgegangen, dass die notwendige Schallschutzwand entlang der Gleise von der Deutschen Bahn zeitnah umgesetzt wird. Das verzögere sich laut Stadtverwaltung nun aber, weshalb ein Schallschutzgutachten notwendig werden könnte – ohne die Schutzwand könnten außerdem weitere Auflagen einzuhalten sein.

Das Projekt soll 2025 in Angriff genommen werden

Angesichts all dieser Komplikationen tritt man nun auf die Bremse und verschiebt das Vorhaben vorerst auf das Jahr 2025. Dann sollen auch die notwendigen Gelder im Haushalt eingeplant werden.

Weitere Themen