Stadtentwicklung in Leonberg Das vorläufige Ende der hehren Pläne

Mehr hässlich als hübsch: Die Leonberger Poststraße neben dem Bosch-Neubau. Foto: Simon Granville/Simon Granville

Bosch halbiert seine Leonberger Pläne. Und damit wird auch die Poststraße keine Vorzeige-Allee. Schade, aber notwendig, meint unser Leonberger Redaktionsleiter Thomas K. Slotwinski.

Leonberg: Thomas K. Slotwinski (slo)

In früheren Zeiten war die westliche Poststraße quasi die Einkaufsmeile von Eltingen. Heute geht es dort ruhiger zu, dafür ist die andere Hälfte mittlerweile eine der belebtesten Straßen von ganz Leonberg. Heerscharen von Bosch-Leuten eilen hier von der Firma in Richtung Bahnhof oder in der Mittagszeit zu einem der benachbarten Einkaufsmärkte. Schön war und ist dieser Abschnitt der Poststraße nicht. Er liegt halt mitten im Industriegebiet.

 

Das hätte sich mit den hehren Bosch-Plänen ändern sollen. Einen Campus wollte der Konzern dort errichten, ein offenes Gebäudeensemble mit Gastronomie, das nicht nur die eigenen Mitarbeiter anlocken sollte. Der Campus sollte die Blaupause für die weitere Zentrumsentwicklung sein.

Strukturkrise und Corona haben das ambitionierte Projekt regelrecht halbiert. Zum Glück, so möchte man sagen, ist wenigstens der terrassenförmige Hauptbau rechtzeitig vollendet worden. Die Vorstellungen für eine dem Gesamtambiente entsprechend gestaltete Straße aber hat der Gemeinderat in einem Aufwasch beerdigt. Wenn die eine Straßenseite zwar hui ist, die andere indes bis auf Weiteres pfui bleibt, lohnen sich keine teuren Investitionen in Bäume und ein besonderes Pflaster – diese Gedanken stellen die Mehrheitsmeinung dar. Das ist architektonisch zweifelsfrei bedauerlich, aber unter dem Strich ist die Argumentation angesichts der leeren Stadtkasse zutreffend.

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