Stadtgeschichte Ludwigsburg Der Buchhändler Aigner schenkt 1000 historische Postkarten

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Der Buchhändler Hermann Aigner übergibt der Stadt Ludwigsburg historische Fotos, Postkarten und Urkunden aus Familienbesitz. Doch die Konservierung kostet auch Geld.

Historische Fotos und Postkarten wechseln den Besitzer:  Hermann Aigner, Simon Karzel, Werner Spec und Max Maier (von links). Foto: factum/Andreas Weise Foto:  
Historische Fotos und Postkarten wechseln den Besitzer: Hermann Aigner, Simon Karzel, Werner Spec und Max Maier (von links). Foto: factum/Andreas Weise

Ludwigsburg - Manche der historischen Fotos befanden sich schon bisher im Ludwigsburger Stadtarchiv, allerdings nur als Leihgaben. Jetzt hat der Buchhändler Hermann Aigner diese Bilder ganz offiziell der Stadt vermacht – und dazu fast 1000 Postkarten und eine familiengeschichtliche Sammlung.

Die Myliusstraße im Jahr 1871

Aigner (87) hatte Ende Januar sein Geschäft – und damit eines der ältesten Ludwigsburgs – für immer geschlossen. Beim Aufräumen sind ihm weitere Schätze aus dem Familienarchiv in die Hände gefallen. In der mehr als 200 Jahre währenden Firmengeschichte hatte sich vieles angesammelt. Vieles davon sei von stadthistorischem und wirtschaftshistorischem Interesse, sagt Stadtarchivar Simon Karzel, der das Paket nun übernehmen durfte: „Das ist ein stadtgeschichtlicher Schatz.“

Der Verlag Aigner hatte lange Zeit auch Postkarten verlegt, daher stammt das Gros der Sammlung. Außerdem aber hätten seine Vorfahren immer wieder Fotoaufträge vergeben. So entstanden schon sehr früh Fotos in Ludwigsburg. Eine Aufnahme etwa zeigt die Myliusstraße im Jahr 1871: Am Rand der noch unbefestigten Straße stehen gerade mal zwei Häuser.

Stiftung soll Fotos retten

„Die Fotos verblassen“, sagt Aigner, sie gehörten in die Hände von Fachleuten. Die Aufbereitung, Konservierung und Archivierung dieser Raritäten kostet natürlich auch Geld. Darum hat Max Maier, der mit Aigner befreundet ist, eine Stiftung gegründet, über welche die nötigen Mittel eingesammelt werden sollen. Karzel kann sich vorstellen, dass die Sammlung eines Tages in Form eines Buches der Öffentlichkeit vorgestellt wird.