StadtGestalten wollen Menschen vernetzen Begegnungsräume für Stuttgart

Franziska (1. v. li.) und Friederike (4. v. li.) engagieren sich gemeinsam mit ihrem Team für StadtGestalten. Foto: Laura Müller-Sixer 2 Bilder
Franziska (1. v. li.) und Friederike (4. v. li.) engagieren sich gemeinsam mit ihrem Team für StadtGestalten. Foto: Laura Müller-Sixer

Stuttgart aktiv mitgestalten: Mit diesem Ziel wurde das Projekt „Die StadtGestalten“ gegründet. Wir haben uns mit Friederike Leitlein und Franziska Schäfer zusammengesetzt, um mehr über ihr soziales Engagement zu erfahren.

Stadtkind: Laura Müller-Sixer (six)
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Stuttgart - "Wir wollen Begegnungsräume schaffen, wo junge Menschen gemeinsam Zeit verbringen“, so Friederike, die von den meisten einfach nur „Fitz“ genannt wird. Ob gebürtige Stuttgarter, Neigschmeckte oder Neuankömmlinge – jeder sei hier willkommen. „Es ist schwierig, das Wort ‚nur‘ aus den Köpfen der Menschen zu streichen. Erwähnt man, dass es unter anderem ein Flüchtlingsprojekt sei, denken viele, sie wären hier fehl am Platz. Das ist natürlich totaler Quatsch.“

Fitz und Franzi betonen: „Bei uns findet keine Abgrenzung statt.“ Jeder in Stuttgart lebende ist zu den Workshops, Veranstaltungen und Co. eingeladen. „Es ist ja nicht verpflichtend. Wer Lust hat, kommt vorbei, schaut sich das Ganze an und wenn es dann am Ende nicht überzeugt oder keinen Spaß macht, ist das ja kein Problem.“

Vorhandene Räume nutzen

Friederike engagiert sich schon seit zehn Jahren aktiv im Kunst- und Kulturbereich. Als Bildungsreferentin im katholischen Bildungswerk Stuttgart entstand nach einem Vortrag über die Geflüchteten-Thematik gemeinsam mit Inga Amey Hornung die Grundidee zum Projekt: vorhandene Räume in Stuttgart zu nutzen und diese engagierten Menschen aus der Stadt zur Verfügung zu stellen.

Plötzlich ging alles ziemlich schnell: Nach nur drei Tagen stand das fertige Konzept und StadtGestalten war geboren. Vor allem von der großen institutionellen Hilfe zeigt sich das Team nach wie vor begeistert: „Nur dank dem Katholischen Bildungswerk mit der Jugendstiftung „Just“, der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft, dem AStA der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie dem „Zukunft Jugend“-Fond von der Stadt Stuttgart konnten wir das Ganze so schnell so voranbringen. Wir sind wirklich überwältigt von dem uns entgegengebrachten Vertrauen.“

Ein Vernetzungsprojekt

Doch auch die Allgemeinheit wartet nur auf derartige Initiativen, wie Franzi feststellt. „So viele Menschen haben das Bedürfnis sich zu engagieren. Oft wissen sie aber nicht wohin.“

Die beiden sehen StadtGestalten vor allem als Vernetzungsprojekt: „Deshalb wollten wir Räume zur Verfügung stellen, die immer zugänglich sind.“ So fiel die Wahl unter anderem auf Stuttgarts Jugendhäuser, in denen nun Veranstaltungen wie etwa Tanzworkshops, Chor- und Bandproben, elementare Musikpädagogik, Rhythmik, Theater- und Sprachprojekte stattfinden. „Uns ist einfach wichtig, dass sich die Menschen bei gemeinsamen Aktivitäten kennenlernen. Solche Begegnung haben einen viel emotionaleren Wert.“

Besondere Geschichten

Erste Erfolge spiegeln sich für Fitz und Franzi vor allem in den entstandenen Freundschaften wieder. Sowohl im Team, als auch mit anderen Engagierten: „Wir haben so tolle Menschen kennengelernt, die unser Leben bereichert haben.“

Friederike fallen sofort zwei besondere Geschichten ein: „Ein Geflüchteter, der von Anfang an Teil unseres Projekts war, hat vor wenigen Wochen seine Ausbildung begonnen. Er hat mich sogar gefragt, was ich von dem Angebot halte. Das hat mich wirklich stolz gemacht und ich freue mich sehr für ihn.“

Selfies mit der Oma

Ein weiterer Neuankömmling in Stuttgart wohnt nun im Haus von Friederikes Tante: „Seitdem bin ich bei ihm die ‚Schwester‘ und er schickt mir manchmal Selfies mit meiner Oma“, lacht die 29-Jährige.

Sowohl für sie als auch für Franzi zählen jedoch in erster Linie die kleinen, alltäglichen Dinge: „Es ist so viel Herz zu spüren. Auch wenn es nur ein Rat am Telefon ist oder ein aufrichtiges Dankeschön. Man gibt nicht nur, man bekommt auch wahnsinnig viel zurück. Und das ohne danach zu fragen.“

Mitmachen kann jeder

Die Aufgabenteilung im Organisationsteam funktioniert nach einem ganz einfachen Prinzip, wie Franzi verrät: „Bei uns macht jeder das, was er am besten kann und wo die eigenen Talente liegen.“

Über Unterstützung freut sich die Truppe nach wie vor: „Wenn sich jemand engagieren will oder Bock auf Organisatorisches hat, sind wir immer offen. Man benötigt auch keine Erfahrung in der sozialen Arbeit, um bei uns etwas machen zu können.“ Getreu dem Motto: „Jeder fängt ja mal klein an“, werden den Workshop-Referenten pädagogische Schulungen, Vorträge sowie Beratungen durch Coaches und Sozialarbeiter angeboten.

Am Ende fasst Friederike zusammen: „Einfach vorbeikommen und ausprobieren.“

Vielleicht auch schon am 25. Oktober zum öffentlichen StadtGestalten-Treffen, 18.30 Uhr, im katholischen Bildungswerk Stuttgart. Mehr Infos erhaltet ihr auf der Facebook-Seite des Projekts.

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