Stadtplanung in Stuttgart Kaum Hoffnung auf schnellen Umbau der B 14

Pläne zum Umbau der B 14 in Stuttgart gibt es – nur keinen Zeitplan. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die B 14 zwischen den Mineralbädern und dem Marienplatz gilt vielen im aktuellen Zustand als Hindernis für die Stadtentwicklung in Stuttgart. Aber auch knapp vier Jahre nach Ende eines Planungswettbewerbs deutet nichts auf einen baldigen Umbau hin.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Der Umbau der Bundesstraße 14, die als breite Schneise die Stadt zwischen den Mineralbädern und dem Marienplatz durchzieht, gilt vielen als Hoffnungsschimmer für die Stadtentwicklung in Stuttgart. Doch wer auf baldige, erkennbare Veränderungen baut, wird enttäuscht sein. Die Stadt hat nun einen weiteren Zeitplan vorgelegt, der jede Hoffnung auf eine dynamische Entwicklung zunichte macht.

 

Wenig behutsamer Umbau in den 60er-Jahren

Den Handlungsbedarf umschreibt die Stadtverwaltung in gewohnt nüchternen Worten. „Angesichts von Kriegszerstörungen und steigender Verkehrsprognosen wurde die Straße in den 60er und 70er Jahren mit wenig Rücksicht auf bestehende Stadtquartiere, Plätze und Lebensräume verkehrsgerecht für eine Durchfahrtsgeschwindigkeit von 80 Kilometer pro Stunde ausgebaut“. Auch wenn dieses Tempo längst nirgendwo mehr – legal – erreicht wird, sind es die schieren Dimensionen der Verkehrsachse, die Anpassungen erfordern.

Auf den Plan folgt ein Plan

Wie die aussehen könnten, deutet sich in den Entwürfen des Stuttgarter Büros asp an, das im September 2020 siegreich aus einem städtebaulichen Planungswettbewerb mit dem Titel „Neuer Stadtraum B 14“ hervorgegangen. Geschehen ist derweil wenig. Stattdessen will sich die Verwaltung im April vom Gemeinderat das Plazet geben lassen, weitere Planungen in Auftrag zu geben. Unter anderem soll ein Rahmenplan entstehen. Ein solcher sei eine „unerlässliche Grundlage für die Bauleitplanung und weitere Planungsverfahren – beispielsweise Realisierungswettbewerbe“, heißt es in dem Rathaus-Papier. Sprich: auch mit einem vorliegenden Rahmenplan steht ein Baubeginn nicht unmittelbar bevor – um es milde zu formulieren.

Das Büro asp, das den Rahmenplan auf Grundlage seines siegreichen Wettbewerbsergebnisses aufstellen soll, hat ein solches Werk auch für das geplante Rosensteinviertel auf den heutigen Gleisflächen geliefert. Auch beim Wettbewerb für das neue Quartier hatten die Planer die Nase vorne – um dann erleben zu müssen, wie die ohnehin schon nicht sehr konkreten Festlegungen im Rahmenplan zu langen und hitzigen Debatten im Gemeinderat geführt haben.

Hoffnung auf „inspirierende Lösungen"

Ganz allein wird das Büro die weiteren Pläne für die B 14 nicht erarbeiten. Der Auftrag für die Verkehrsplanung soll separat vergeben werden. Das weitere Büro solle asp „in verkehrlichen Themen beraten, planerische Lösungen abstimmen und erarbeiten, die in die Rahmenplanung integriert werden“, heißt es in dem Papier, über das der Gemeinderat Mitte April abstimmen soll. Von diesem Konzept der verteilten Rollen verspricht sich das Rathaus eine ganze Menge. Ziel sei es, „inspirierende Lösungen für einen integrierten Ansatz von Städtebau und Verkehrsplanung zu bekommen und positive, wegweisende Ansätze und Erfahrungen anderer Städte in Europa aufzugreifen“.

Ergebnisse frühestens im Sommer 2026

All das nimmt Zeit in Anspruch. Mit einem Zwischenergebnis beim Erarbeiten des Rahmenplans rechnet das Referat von Baubürgermeister Peter Pätzold im Oktober 2025, ein Endergebnis könnte im Juni 2026 vorliegen. Allerdings werden dann – so die Zeitschiene des Rathauses – erst drei der sechs Bauabschnitte vertieft betrachtet sein. Die übrigen drei folgen bis Februar 2027.

Am dringlichsten ist der Abschnitt zwischen Neckartor und den Mineralbädern. Nicht, weil dort die trennende Wirkung des Straßenbandes größer wäre als in den übrigen Passagen. Aber dort ließe sich der Umbau der Straße mit einer anderen Maßnahme verbinden, die ohnehin ansteht. Von Ende 2025 bis Anfang der 30er-Jahre wird unter der Cannstatter Straße, wie die B 14 dort heißt, ein Abwasserkanal neu gebaut. Wenn diese Arbeiten in der Tiefe einmal abgeschlossen sind, soll an der Oberfläche nicht wieder der heutige Zustand hergestellt werden.

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