Stadtwerke Stuttgart Windpark in Everswinkel für 25 Millionen Euro gekauft

Neben diesen beiden Windrädern gehören noch sechs weitere im nordrhein-westfälischen Everswinkel nun den Stadtwerken Stuttgart. Foto:  
Neben diesen beiden Windrädern gehören noch sechs weitere im nordrhein-westfälischen Everswinkel nun den Stadtwerken Stuttgart. Foto:  

Die Stadtwerke Stuttgart haben für 25 Millionen Euro einen Windpark mit acht Rotoren im nordrhein-westfälischen Everswinkel erworben. Die acht jeweils knapp 100 Meter hohen Windräder versorgen mehr als 10 000 Haushalte mit Ökostrom.

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Stuttgart - Seit wenigen Tagen sind die Stadtwerke Stuttgart (SWS) stolze Kraftwerksbesitzer: Die städtische Energietochter hat für 25 Millionen Euro einen Windpark im nordrhein-westfälischen Everswinkel im Kreis Warendorf erworben. Die acht jeweils knapp 100 Meter hohen Windräder versorgen mehr als 10 000 Haushalte mit Ökostrom. Weitere fünf Rotoren wollen die Stadtwerke „noch in diesem Jahr“ erwerben. „Das Volumen von mehr als 25 Millionen Euro für diese wunderschöne Investition zeigt, dass wir es mit der Energiewende ernst meinen“, sagt Michael Maxelon, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. „Mit dem Erwerb des Windparks verfügen wir jetzt erstmals über moderne Anlagen, die bereits grünen Strom liefern.“

Für den kaufmännischen Geschäftsführer Martin Rau ist die Unterschrift unter den Kaufvertrage ein Beleg, dass der eingeschlagene Kurs der richtige ist: „Unser Ziel ist es, den Ausbau der erneuerbaren Energien im Einklang von Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und den Menschen vor Ort voranzutreiben.“

Man rechnet mit 32 Millionen Kilowattstunden pro Jahr

In dem rund 20 Kilometer östlich von Münster gelegenen Windpark produzieren drei Rotoren seit 2010 Strom. „Im Sommer sind weitere fünf hinzugekommen“, so Maxelon. Alle acht Windräder des Herstellers Vestas verfügten über eine Leistung von 16 Megawatt. Der als windsicher geltende Standort gewährleiste einen sicheren wirtschaftlichen Betrieb. Man rechne mit einer Produktion von 32 Millionen Kilowattstunden im Jahr. „Das bedeutet in den nächsten zwei Jahrzehnten Einnahmen von 2,9 Millionen Euro im Jahr.“ Maxelon hat auch eine gute Nachricht für die Stadtwerke-Kunden: „Wir wollen die Strompreise trotz der steigenden Umlage für die erneuerbaren Energien stabil halten.“


Erworben haben die Stadtwerke den Windpark von der BayWa renewable energy GmbH, einer Tochtergesellschaft der BayWa AG. „Das ist ein Projektentwickler, der Windparks plant, baut und verkauft“, so Maxelon. Das Unternehmen sei auch in Zukunft an guten Beziehungen zu den Stadtwerken interessiert. „Deshalb hatten wir es mit einem wohlwollenden Verkäufer zu tun.“ Bei dem Kauf sind laut Maxelon zwei Kommanditgesellschaften ohne Personal erworben worden. „Die kaufmännische und technische Betriebsführung bleibt vorerst in der Hand des Projektentwicklers, bis wir eigene Kapazitäten aufgebaut haben.“ Das bedeute aber nicht, dass im Norden eine Filiale der Stadtwerke aufgebaut werde. Man werde die Wartung der Rotoren als Dienstleistung ausschreiben. Die in Everswinkel stehende Technik sei in großen Stückzahlen gebaut worden. „Das sind praktisch die VW Käfer unter den Windrädern“, so Maxelon. Deshalb gebe es viele Firmen, die sich auf die Wartung dieser Rotoren spezialisiert hätten.

Die Stadtwerke setzen auch auf Sonnenkraft

Neben dem Windpark in Everswinkel engagieren sich die Stadtwerke in weiteren Windprojekten. In Alpirsbach im Schwarzwald beteiligen sie sich mit 1,1 Millionen Euro an einem Bürgerprojekt, bei dem ein altes Windrad durch ein stärkeres neues ersetzt werden soll. „Außerdem entwickeln wir mit den Stadtwerken Heidenheim und der Windenergie Baden-Württemberg GmbH ein Konzept für einen Windpark im Welzheimer Wald im Rems-Murr-Kreis“, sagt Maxelon. In Stuttgart sei ein Projekt mit zwei jeweils bis zu 150 Meter hohen Rotoren im Tauschwald zwischen Feuerbach und Weil­imdorf geplant. Dort sei im September ein 100 Meter hoher Windmessmast gebaut worden, um ein Jahr lang die Windgeschwindigkeiten in verschiedenen Höhen zu messen.

Die Stadtwerke setzen zudem auf Sonnenkraft. Im Neckarpark und auf dem Dach des Großmarktes in Wangen werden zwei Fotovoltaikanlagen betrieben. Weitere Standorte im Stadtgebiet werden geprüft. Gleichzeitig bewirbt sich die städtische Energietochter um die Konzessionen für den Netzbetrieb von Strom, Gas und Wärme, die Ende dieses Jahres auslaufen.




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