Städtebau in Stuttgart Wohnungsbauförderprogramm der Stadt greift jetzt

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Das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell SIM wird beim Bauprojekt Villengarten im Stuttgarter Norden erstmals umgesetzt. Direkt neben exklusiven Eigentumswohnungen werden Sozialwohnungen gebaut.

Der Grundstein für das  Bauvorhaben Villengarten ist ­gelegt Foto: Lichtgut/Piechowski
Der Grundstein für das Bauvorhaben Villengarten ist ­gelegt Foto: Lichtgut/Piechowski

Stuttgart - Auf dem Grundstück des früheren Azenberg-Areals entstehen in den kommenden Monaten 136 neue Wohnungen. Zwischen Wiederholdstraße und Seestraße sind direkt neben den ­exklusiven Eigentumswohnungen zusätzlich Sozialwohnungen und öffentlich subventionierte Mietwohnungen geplant. Denn im Stuttgarter Norden wird erstmals nach dem einst sehr umstrittenen Stuttgarter Innenentwicklungsmodell SIM gebaut. Der Grundstein für das Bauvorhaben ­wurde zu Wochenbeginn gelegt.

„Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde SIM im März 2011 vom Gemeinderat ­beschlossen“, erinnerte sich der Baubürgermeister Matthias Hahn (SPD) bei seinem Grußwort auf der Feier in der Baugrube am Relenberg. Der scheidende Baubürgermeister ist stolz: „Wir rechnen in den kommenden Jahren mit 1300 neuen bezahlbaren Wohneinheiten, die allein aufgrund dieses Programms entstehen.“ Zwar hat das Siedlungswerk für das Rosensteinviertel in der Nähe des Nordbahnhofs den ersten Bauantrag im Rahmen des Innenentwicklungsmodells eingereicht. Beim Villengarten, einer Kooperation des Bauherrn Epple Projekt und des Unternehmers Gustav Epple, wird aber erstmals nach den Maßgaben des Modells gebaut. SIM sieht bei privaten Bauprojekten einen Anteil öffentlich subventionierter und somit günstiger Wohnungen vor.Der Villengarten soll einmal aus sieben Stadtvillen bestehen – die Palette reicht von kleinen Zweizimmerwohnungen bis hin zum 250 Quadratmeter großen Penthouse mit Dachterrasse. Drei Monate nach Beginn des Verkaufs sind nach Angaben des Bauherrn bereits rund ein Viertel der Einheiten verkauft. „Die Resonanz ist sehr gut“, erklärt Hermann Stegschuster, der Geschäftsführer des Bauherrn.

Ende 2016 werden Wohnungen an Eigentümer übergeben

Der Grundstein wurde auf der späteren Bodenplatte der Tiefgarage gelegt. Die ­besonders lauten Gründungsarbeiten ­sollen im Lauf der Woche abgeschlossen werden. Bis Ende des Jahres wird dann der Rohbau abgeschlossen, so der Zeitplan des Bauherrn. Für den Herbst sind erste Fassadenarbeiten vorgesehen. Ziel ist es, spätestens Ende des Jahres 2016 die neuen ­Wohnungen im Stuttgarter Norden an die späteren Eigentümer zu übergeben.

Zu dem Bauvorhaben gehört das Gebäude Wiederholdstraße 15. Das denkmalgeschützte Haus ist der ehemalige Sitz des Instituts für physikalische Chemie der Hochschule für Technik, und es war im vergangenen Jahr der Anstoß dafür, dass ein Landesprogramm verändert wurde. Wie berichtet, hatte die Stadt Stuttgart das Land mit Blick auf dieses Gebäude aufgefordert, den Umbau von Büroräumen in Sozialwohnungen ebenso wie deren ­Neubau zu fördern. „Die Maßnahmen wurden im Herbst 2014 in die Programmvorschriften aufgenommen“, bestätigte Martina Schäfer, die Pressesprecherin des Landeswirtschaftsministeriums, auf Anfrage.Teil der 136 neuen Wohnungen sind somit 21 Sozialwohnungen, sechs Mietwohnungen für mittlere Einkommen und elf geförderte Eigentumswohnungen. Die Mietwohnungen werden in dem umgebauten Institutsgebäude entstehen.

Vor dem Baubeginn für den Villengarten war das damals unter dem Namen Azenberg-Areal bekannte Gebiet erfolgreich an Künstler und Kreative für eine Zwischennutzung vermietet worden.

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