Star-Wars-Ausstellung in Magstadt Mini-Todesstern und Recycling-Raumschiffe

Todesstern und Millennium Falcon schweben im Museum in Magstadt. Foto: /Stefanie Schlecht

Im Magstadter Heimatmuseum fand zuletzt eine zweitägige Raumschiff-Ausstellung statt. Während Alexander Vene und Heiko Marx Star-Wars-Lego-Modelle präsentierten, stellte Ronald Schneider ebenbürtige Varianten aus Recycling-Material vor.

Eine ganze Star-Wars-Raumschiffflotte ist im Magstadter Heimatmuseum gelandet. Sternenzerstörer, TIE-Fighter, X-Wings. Alle voll ausgerüstet und bereit zur Attacke. Aber keine Sorge: Ein Angriff der Sturmtruppen des Imperiums ist in nächster Zeit nicht zu erwarten. Bei den Raumschiffen handelt es sich nämlich um Modellbauten. Teils aus Lego, teils aus recyceltem Verpackungsmaterial.

 

Die Lego-Modelle haben Alexander Vene und Heiko Marx beigesteuert. Zwei Lego-Fans, die zu Hause eine ganze Sammlung an Star-Wars-Raumschiffen in Vitrinen stehen haben. „Die meisten sind noch aus meiner Jugend“, sagt Alexander Vene. „Damals habe ich mit einem Kumpel so etwas wie ein Lego-Wettrüsten veranstaltet.“

Raumschiffe aus Müll

Alexander Vene und Heiko Marx sind nur zwei von zahlreichen Personen, die das Lego-Star-Wars-Universum in seinen Bann gezogen hat. Kein Wunder, denn wer schon mal selbst ein paar Steine zusammengesetzt hat, weiß, wie viel Spaß das macht. Allerdings ist Lego kein ganz unproblematisches Hobby. Zum einen sind die Plastik-Klemmbausteine alles andere als nachhaltig. Und zum anderen extrem teuer.

Der Magstadter Ronald Schneider hat deshalb eine Art Gegenbewegung gestartet. Auch er stellt Modell-Raumschiffe her. Allerdings nicht aus Plastiksteinen, sondern aus Recycling-Material. Bei Ronald Schneider werden Kaffeekapseln zu Antriebsmodulen, Siebe zu Antennenschüsseln und Zahnstocher zu Kanonenrohren. Bemalt sind die Modelle mit Kinderacrylfarbe. Und sehen dabei erstaunlich realistisch aus. „Die Modelle zu bauen, ist gar nicht schwer“, sagt Ronald Schneider. „Mit ein bisschen Geschicklichkeit und Fantasie bekommen das auch Kinder ab acht Jahren hin.“ Genau das ist auch die Zielgruppe, die Schneider mit seinen Modellbauten gerne ansprechen möchte. „Ich will zeigen, dass man sich auch mit kleinem Budget ein eigenes kleines Universum basteln kann.“

Ronald Schneider hat mit dem Recycling-Modellbau schon vor fast 30 Jahren begonnen. Seine ersten Bauten seien noch recht unspektakulär gewesen. „Das waren überwiegend Flugzeuge aus Klorollen und Verpackungen“, sagt der heute 42-Jährige. „Später bin ich dann in Richtung Raumschiffe gegangen.“

Die Flotte brauchte dringend Verstärkung

Richtig entwickelt hat sich der Raumschiff-Bau des Magstadters durch seine Neffen. Die haben die Raumschiffe nämlich bei ihrem Onkel in der Vitrine stehen sehen – und wollten unbedingt damit spielen. „Für die vielen Kinder in meiner Familie hat die Flotte nicht gereicht“, schmunzelt Schneider. „Also habe ich angefangen, weitere Raumschiffe zu bauen.“ Mittlerweile bekommen die Neffen zum Geburtstag oder zu Weihnachten immer wieder Nachschub. Das Praktische an den Recycling-Varianten: Sie sind nicht nur bespielbar, sondern auch robust. „Selbst wenn mal etwas kaputtgeht – die Ersatzteile findet man in so ziemlich jedem Haushalt.“

Als Vorlage nimmt der Bastler nicht nur Lego-Raumschiffe, sondern auch Fotos aus dem Internet. Ein paar seiner Arbeiten sind Film-Welten nachempfunden. Der Großteil entstammt mittlerweile allerdings Ronald Schneiders eigener Fantasie. „Das ist das Tolle an dieser Form des Modellbaus“, sagt er. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und man kann Modelle bauen, die es aus Lego gar nicht gibt.“

Eine neue Generation zum Basteln animieren

Die Idee, die Modelle im Heimatmuseum auszustellen, kam von Ronald Schneiders Frau. Museums-Vorstand Erwin Steegmüller zeigte sich sofort begeistert und lud Alexander Vene ein, die Gegenstücke aus Lego zum Vergleich zu präsentieren. Star-Wars-Fan Heiko Marx steuerte zusätzliche Film-Accessoires bei, um die Ausstellung abzurunden. „Wir wollten mit dem Thema Star-Wars-Modellbau auch mal jüngere Leute ins Museum locken“, sagt Erwin Steegmüller. „Und das ist uns geglückt.“ Rund 100 Besucher waren an den beiden ersten Ausstellungstagen vor Ort. „Was uns besonders gefreut hat, war, dass sich viele im Anschluss auch den Rest des Museums angesehen haben“, so Steegmüller. „Die waren ganz erstaunt, was Magstadter Bastler und Sammler so alles zu bieten haben.“

Auch Ronald Schneider freute sich über den Ausstellungserfolg. „Ich hatte immer das Gefühl, dass bei Kindern die Begeisterung fürs Bauen und der damit verbundene Werkstolz verloren geht“, sagt er. „Ich hoffe, ich konnte zeigen, was mit wenig Materialaufwand alles möglich ist.“

Ausstellung: Wer die Lego- und Recycling-Raumschiffe selbst in Magstadt unter die Lupe nehmen möchte, hat am 14. Januar wieder die Gelegenheit.

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