Start-Up aus Kernen Mit Social Media durch die Pandemie

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2019 haben zwei Freundinnen aus dem Remstal Mecoa Mediencoaching gegründet, um Unternehmer beim Auftritt in den Sozialen Medien zu beraten. Zunächst brachen ihnen durch das Coronavirus Aufträge weg – doch das hat sich geändert.

Nina Scavello (links) und Giulia Fioriti beraten in Sachen Social Media. Foto: Gottfried Stoppel
Nina Scavello (links) und Giulia Fioriti beraten in Sachen Social Media. Foto: Gottfried Stoppel

Kernen - In Zeiten sozialer Distanz werden Soziale Medien umso wichtiger – davon sind Nina Scavello und Giulia Fioriti überzeugt. Dennoch waren sie zu Beginn der Corona-Pandemie zunächst verunsichert, wie es mit ihrem Social-Media-Start-Up weitergehen würde. „Das könnt ihr jetzt vergessen, Coachings sind das erste, worauf die Leute verzichten“ – solche Sätze hätten sie zu hören bekommen, erzählt Nina Scavello.

Und tatsächlich hätten einige Kunden von ihrer Firma namens Mecoa Mediencoaching geplante Termine abgesagt. Giulia Fioriti hat dafür durchaus Verständnis: „Die finanzielle Unsicherheit war gerade bei vielen Selbstständigen und Einzelunternehmern groß, die mussten erst mal ihre Fixkosten stemmen. Auch, dass wir unser Angebot wegen Corona digitalisiert haben und es kein Face-to-Face-Coaching mehr gab, hat vielleicht im ersten Moment eher abgeschreckt“, sagt die 26-Jährige.

Kundenkontakt über Soziale Medien

Doch nach einigen Wochen, so berichten die jungen Gründerinnen, hätten sich viele Kunden wieder bei Mecoa gemeldet. „In der Krise haben viele Menschen erkannt, dass Social Media wirklich wichtig ist und dass man bei der Digitalisierung nicht hinterherhinken darf“, schildert Scavello ihre Beobachtungen. Ihr Start-Up, das die beiden Freundinnen aus Rommelshausen im Januar des vergangenen Jahres gegründet haben, soll Unternehmen dabei helfen.

In den Coachings prüfen sie, ob der Social-Media-Auftritt des Kunden datenschutzkonform ist, dann geht es um das richtige Posten, die Verwendung von Hashtags und schließlich um eine passende Strategie. „Wir holen die Leute da ab, wo sie stehen, und coachen sie Schritt für Schritt“, sagt Scavello. Gerade jetzt in der Krise, in der die Geschäfte teils wochenlang geschlossen gewesen seien und es keinen analogen Kundenkontakt mehr gegeben habe, sei es für Unternehmer wichtig, mit ihren Kunden über Soziale Medien verbunden zu bleiben, sie etwa über Videos auf dem Laufenden zu halten und damit Beziehungen zu pflegen, betonen Fioriti und Scavello.

Das sei der Inhaberin eines Stuttgarter Blumenladens besonders gut gelungen, erzählen sie. Die Frau hatte noch vor der Krise ein Coaching bei Mecoa absolviert. Als sie ihren Laden aufgrund der Pandemie-Maßnahmen schließen musste, richtete sie eine Abholstation und einen Lieferservice ein und informierte ihre Kunden täglich über Instagram, welche Sträuße und Blumen sie gerade im Angebot hatte. „Damit hat sie es sogar in die ‚Tagesschau’ geschafft“, sagt Scavello stolz.

Auch die beiden Frauen haben in der Corona-Krise die Arbeit verändert: „Unsere Coachings finden jetzt online per Video statt – das ist total corona-konform und für uns viel entspannter und ökonomischer als Termine vor Ort,“ berichtet Scavello. Vor der Pandemie seien Videoanrufe für viele eine „Riesenhürde“ gewesen, nun hätten die meisten ihre Scheu abgelegt.

Corona hat die Arbeit verändert

Für Fioriti und Scavello ist dieses neue Modell besser – denn Mecoa betreiben sie nebenberuflich. Nina Scavello kümmert sich hauptberuflich um Social Media und die Öffentlichkeitsarbeit eines Landtagsabgeordneten in Stuttgart, Giulia Fioriti betreut in München bei einer digitalen Mediaagentur den Auftritt von Firmen im Netz. Räumlich getrennt und doch eng verbunden zu sein sind die beiden Freundinnen gewohnt – sie studierten an unterschiedlichen Universitäten, teils auch im Ausland. „Aber über Social Media waren wir immer verbunden“, sagt Fioriti. Ihrer Freundschaft, die seit der fünften Klasse besteht, als beide sich im Waiblinger Staufer-Gymnasium kennengelernt haben, hat das nicht geschadet – ebenso wenig wie das gemeinsame Start-Up.

Mecoa soll zum Hauptberuf werden

Langfristig wollen die 26-Jährigen Mecoa hauptberuflich betreiben. „Im Moment ist es schon eine Doppelbelastung“, sagt Scavello, „da gehen viele Wochenenden drauf. Auf Dauer müssen wir uns entscheiden“, ergänzt Fioriti. Im Juli stellen sie ihren ersten Werkstudenten ein. Bei Null zu starten sei nicht so einfach – „der Weg bis jetzt war steil und steinig“, erzählt Scavello, „aber wir machen es mit Leidenschaft.“ – „Und wir lernen jeden Tag etwas dazu“, sagt Fioriti.




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