Start-up aus Leinfelden-Echterdingen Diese App berechnet, was der Verlust an Druckluft kostet

Von Caroline Holowiecki 

Das Start-up Looxr aus Leinfelden-Echterdingen hat vor Kurzem den Umwelttechnikpreis des Landes Baden-Württemberg und einen Award des Handelsblatts abgeräumt. Der Grund ist eine App, die die Nachhaltigkeit erhöhen kann.

Werner Landhäußer, Gesellschafter bei Mader und Geschäftsführer von Looxr, zeigt die Looxr-App auf dem Laptop. Foto: Caroline Holowiecki
Werner Landhäußer, Gesellschafter bei Mader und Geschäftsführer von Looxr, zeigt die Looxr-App auf dem Laptop. Foto: Caroline Holowiecki

Echterdingen - Preisregen für ein junges Software-Start-up aus Echterdingen: Nach dem Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg 2019 ist Looxr jüngst bei der Verleihung der Handelsblatt-Energy-Awards in der Kategorie Industrie unter die besten drei von 152 Firmen gekommen. Das Konzept zur Digitalisierung des Druckluftprozesses, kurz „Druckluft 4.0“, hatte die Jury überzeugt. Druckluft und digital, wie passt das zusammen? Und was hat das mit Energieeinsparung zu tun?

Looxr (sprich: Luxer) ist eine Ausgründung des Traditionsunternehmens Mader und besteht als eigenständige Marke seit 2018. Seit dem Jahre 1935 plant und installiert Mader, ein Mittelständler mit rund 90 Mitarbeitern, Kompressorstationen und ist damit für „alles zum Thema Druckluft“ zuständig, erklärt Werner Landhäußer, Gesellschafter bei Mader und Geschäftsführer von Looxr. Druckluft wird quasi überall in der Industrie eingesetzt, hat aber laut dem Experten einen entscheidenden Nachteil: einen sehr schlechten Wirkungsgrad von gerade einmal fünf Prozent. Die meiste Energie geht durch Leckageverlust verloren. Sie pfeift einfach irgendwo raus.

Daten werden in eine Cloud übertragen

Hier soll Looxr ins Spiel kommen. Leckagen werden über Sensoren erfasst, und die Daten werden in eine Cloud übertragen. Dort wird über eine App virtuell dargestellt, dokumentiert und überwacht, wo eine Maschine wie viel Energie verliert und was das bedeutet. Daraus ergeben sich für den Kunden Handlungsempfehlungen. „Der Verlust wurde bisher nicht wirtschaftlich bewertet. Jetzt kann man es nachrechnen“, erklärt Werner Landhäußer. Er verspricht in Summe eine Drucklufteinsparung von bis zu 50 Prozent und eine „deutlich bessere Energieeffizienz“. Flächendeckend im Einsatz ist die Looxr-Software noch nicht. „Alle reden über die Digitalisierung, aber sind nicht bereit, dafür Geld auszugeben“, sagt der Chef. Dass das Start-up Preise absahnt, bewertet er indessen als ein gutes Zeichen. „Es geht darum, Aufmerksamkeit zu bekommen.“

Unter dem Titel „Digitale Geschäftsmodelle für die Industrie – Mader für smarte Druckluft“ hat das baden-württembergische Landeswirtschaftsministerium einen Film über Mader und Looxr bei Youtube eingestellt.