Das Deep-Tech-Unternehmen Batene hat jüngst in der historischen Neckarspinnerei in Wendlingen seine Hightech-Labore eröffnet. Mit Deep Tech werden Technologien bezeichnet, die besonders tiefgreifend sind. Die Unternehmen, in vielen Fällen Start-ups, und Forschungseinrichtungen beschäftigen sich mit ganz neuen, unbekannten Herausforderungen. Sie entwickeln dafür neue Lösungen, die bahnbrechende Innovationen hervorbringen. Die Firma Batene, die derzeit 15 Mitarbeitende hat und mit 42 Millionen Euro bewertet wird, hat sich zum Ziel gesetzt, mittels einer wegweisenden neuen Batterietechnologie die Energiebranche zu revolutionieren.
Feine Metallfasern ermöglichen extrem schnelles Laden
„Die heutigen Batterien sind zu komplex, zu teuer, wenig nachhaltig und in Sachen Sicherheit wenig zufriedenstellend“, so das Resümee von Joachim Spatz. Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung sowie Mitgründer und Beiratsvorsitzender von Batene. In einem Zeitraum von acht Jahren wurde am Institut des Heidelberger Professors eine IP-geschützte neue Kerntechnologie auf Basis von Metallvlies entwickelt. Das Vlies basiert auf einem speziellen Verfahren, mit dem sehr feine Metallfasern hergestellt werden und ermöglicht einer Batterie einen extrem schnellen Ladeprozess – damit werden die Akkus deutlich leistungsfähiger, langlebiger und sicherer. Durch signifikant reduzierten Materialeinsatz und einen energiesparenden Herstellungsprozess werden zudem natürliche Ressourcen geschont. Das erst im März 2022 gegründete Start-up Batene ist als Spin-off der Max-Planck-Gesellschaft Nutznießer dieser neuen Technologie. Das ehrgeizige Ziel des Wissenschaftlers: „Die Technologie soll bis 2030 in jeder Batterie verwendet werden. In Sachen Wirtschaftlichkeit führt in Zukunft kein Weg um Batene herum.“
Derzeit würden 70 Prozent aller Batterien in China produziert, so Professor Martin Möller, ebenfalls Mitgründer und Geschäftsführer von Batene: „Wir wollen es besser machen. Auch um unabhängiger zu werden.“ Dafür wurden innerhalb weniger Monate – der Baustart erfolgte erst im Januar – auf einer 1200 Quadratmeter großen Fläche im denkmalgeschützten Batteurgebäude der Neckarspinnerei, wo früher Baumwolle gereinigt wurde, auf 350 Quadratmetern mehrere hochmoderne Reinraumlabore eingerichtet, um die Forschungen weiter voranzutreiben. Die Wiederbelebung des Industriebaus symbolisiert laut Möller das Bestreben des Start-ups, von Anfang an ein nachhaltiges Unternehmen zu sein: „Unsere hochmodernen Labore in der historischen Neckarspinnerei markieren einen bedeutenden Meilenstein auf unserem Weg, die Batterietechnologie voranzutreiben und gleichzeitig unsere Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft wahrzunehmen.“
Schlüsselrolle für den Standort
Die Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hob bei der Eröffnung der Labore hervor, Batterien spielten eine Schlüsselrolle, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Es sei ein wirtschaftspolitisches Ziel ersten Ranges, Baden-Württemberg als Standort im Bereich der Batterietechnologie zu etablieren.