Statistisches Landesamt zieht um Im Schoettle-Areal hat der Umzug begonnen
Das Statistische Landesamt räumt bis März seinen Standort in Heslach. Was wird aus dem Gelände?
Das Statistische Landesamt räumt bis März seinen Standort in Heslach. Was wird aus dem Gelände?
Seit Jahren wird im Stuttgarter Süden leidenschaftlich über die Zukunft des Schoettle-Areals in Heslach diskutiert. Jetzt kommt im Wortsinn Bewegung in die Sache: Denn seit Januar läuft der seit Langem geplante und angekündigte Umzug des Statistischen Landesamts nach Fellbach (Rems-Murr-Kreis). Schon im März will die Behörde ihren Hauptstandort geräumt haben.
Es dürfte ein Umzug der Superlative sein: Rund 2200 Schreibtische, Stühle und Aktencontainer von etwa 750 Arbeitsplätzen müssen bewegt werden, 1000 Besprechungstische und genauso viele Schränke, dazu etwa 7000 Kartons, die während des gesamten Umzugs in den Räumen des Statistischen Landesamts rotieren.
„Jeden Tag sollen etwa 25 bis 30 Arbeitsplätze umziehen“, sagt Petra Kornschober, die Referatsleiterin für das Gebäudemanagement im Stala, wie das Statistische Landesamt verkürzt genannt wird. Vor dem großen Bürogebäude an der Böblinger Straße werden derzeit Tag für Tag die Umzugslaster beladen. Das Ziel der Transporter: zwei bislang von der Krankenversicherung SDK genutzte Gebäude in Fellbach, dem neuen Arbeitsplatz der Landesstatistiker.
Die Krux: Standen der Landesbehörde in Heslach sowie ihren kleineren Außenstellen bislang zusammen rund 26 000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, wird es künftig, gebündelt in Fellbach, nur noch knapp die Hälfte sein. „Ein großer Teil des Umzugs bestand deshalb darin, im Vorfeld auszumisten“, erklärt Petra Kornschober.
Ausmisten, das hieß in den vergangenen Monaten unter anderem festzustellen, welche Akten des Stala künftig das Staatsarchiv in Ludwigsburg verwahren soll. Am Ende waren es 450 Umzugskartons mit Schriftstücken, Veröffentlichungen und IT-Programmakten, wie Kornschober betont.
Intern sind derzeit im Stala rund 30 Mitarbeiter mit der Organisation des Umzugs beschäftigt, an dem seit 2021 planerisch gearbeitet wurde. Besonders heikel: Auch „das Herz“ der Landesstatistiker muss umziehen, die IT-Infrastruktur. Bei aller Modernisierung am neuen Standort müssen auch die Server mitsamt ihren sensiblen Daten nach Fellbach verfrachtet werden. An dieser Operation ist der landeseigene IT-Dienstleister BITBW mit seinen Experten beteiligt. Wann das IT-System tatsächlich von Stuttgart auf Fellbach umgestellt wird, ist streng geheim. Nur so viel verrät Kornschober: „Es gibt diesen Umschaltmoment tatsächlich.“
Für die Mitarbeiter der Behörde ändert sich einiges am neuen Standort. Während in Heslach vor allem in Großraumbüros gearbeitet worden ist, werden es in Fellbach kleinere Einheiten sein. Büros mit nur drei bis vier Mitarbeitern. Am Umzugstag des jeweiligen Arbeitsplatzes, müssen die Mitarbeiter im Homeoffice bleiben: Wenn alles glatt läuft und jeder Stuhl, Tisch und Schrank dort angekommen ist, wo er hingehört, heißt es schon am folgenden Tag, den neuen Arbeitsweg nach Fellbach antreten.
Der Grund für den Auszug aus der 1974 vom Statistischen Landesamt bezogenen Immobilie auf dem Schoettle-Areal seien letztlich die im Gebäude erforderlichen baulichen Maßnahmen gewesen, sagt Kornschober. Weil auch die angrenzenden Gebäude der Universität Stuttgart im Jahr 2035 frei werden sollen, waren schon kurz nach dem Bekanntwerden der Auszugspläne des Statistischen Landesamts vor rund sechs Jahren Diskussionen darüber entbrannt, wie künftig das innerstädtische Areal möglichst sinnvoll genutzt werden könnte.
Die Initiative Schoettle-Areal plädiert dafür, im nun frei werdenden Gebäude den Leerstand zu vermeiden. Von einer „Pioniernutzung“ ist seitdem die Rede, von Künstlern, Handwerkern, sozialen Gruppen und benachteiligten Menschen, die hier einziehen und leben könnten. Die Voraussetzung für alle Planung ist aber, dass die Stadt Stuttgart das landeseigene Areal kauft. Zuletzt ließ die Stadtverwaltung erneut wissen, man sei „in konstruktiven Verhandlungen mit dem Land“, dem bisherigen Eigentümer.
Etwa Mitte des Jahres will das Statistische Landesamt als bisheriger Nutzer die Immobilie an der Böblinger Straße besenrein an Vermögen und Bau übergeben. Spätestens dann müsste das Tauziehen zwischen der Stadt und dem Land beendet sein.