Stau im Operationssaal Zwei neue Operationssäle fürs Nürtinger Krankenhaus

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Weil die Patientenzahlen steigen, wird es in der Medius-Klinik in Nürtingen eng. Die Geschäftsführung will mit dem Bau zweier Operationssäle gegensteuern.

Das Kreiskrankenhaus Nürtingen plant den Bau neuer Operationssäle und Pflegestationen. Foto: Horst Rudel
Das Kreiskrankenhaus Nürtingen plant den Bau neuer Operationssäle und Pflegestationen. Foto: Horst Rudel

Nürtingen - Die Medius-Klinik in Nürtingen platzt aus allen Nähten. In den vergangenen sechs Jahren sind die Fallzahlen in dem im Jahr 2010 auf dem Säer neu gebauten Krankenhaus um 20 Prozent gestiegen. „Wir haben einen unglaublichen Belegungsdruck“, sagt Thomas Kräh, der Geschäftsführer des in der Trägerschaft des Landkreises Esslingen betriebenen Hauses. Als Reaktion auf die steigenden Patientenzahlen plant die Klinik den Bau zweier zusätzlicher Operationssäle. Der anhaltend hohen Nachfrage soll zudem mit dem Anbau zweier Pflegestationen mit insgesamt 72 Betten Rechnung getragen werden.

Während für die beiden Operationssäle Kosten in Höhe von rund 7,4 Millionen Euro im Raum stehen, dürfte der Bau der Stationen rund 9,5 Millionen Euro kosten. „Wir sind mit den Plänen im Aufsichtsrat und beim Sozialministerium in Stuttgart vorstellig geworden“, sagt Kräh.

Als „Alternativvorhaben“ im Krankenhausplan des Landes

Während der Aufsichtsrat der Kreiskliniken den hohen Handlungsbedarf festgestellt und einen Neubau schnellstmöglich auf den Weg bringen will, ist Kräh mit seinem Anliegen auch in Stuttgart auf offene Ohren gestoßen. Im kürzlich verabschiedeten Jahreskrankenhausbauprogramm 2019 findet sich zumindest die Förderung der beiden Operationssäle unter der Rubrik „Alternativvorhaben“ wieder.

„Das bedeutet, dass eine mögliche Förderung unmittelbar abhängig ist von der Abwicklung des gesamten Programmes und der finanziellen Spielräume, die sich unter Umständen noch ergeben. Grundsätzlich wird das Projekt von uns als sinnvoll erachtet und hat deshalb sehr gute Chancen, in einem der nächsten Jahreskrankenhausprogramme priorisiert behandelt zu werden“, bestätigt Claudia Krüger, die Pressesprecherin des baden-württembergischen Sozialministeriums.

„Wir sehen das als Bestätigung. Allerdings werden wir den Aufsichtsrat erst um die Baufreigabe bitten, wenn wir wissen, wie hoch die Landesförderung ist“, sagt Kräh.

Kreiskliniken wachsen gegen den Trend

Die Kreiskliniken Esslingen wachsen entgegen dem Trend. „In Baden-Württemberg sind die Fallzahlen seit zwei Jahren rückläufig. In den Medius-Kliniken in Kirchheim, Ostfildern und Nürtingen haben wir im vergangenen Jahr erneut 647 Patienten mehr behandelt. Damit sind die Fallzahlen an allen Standorten im sechsten Jahr in Folge gestiegen“, sagt Kräh. Den Worten des Geschäftsführers zufolge haben sich im vergangenen Jahr in den Kreiskrankenhäusern 48 619 Patienten stationär in den Medius-Kliniken behandeln lassen. Im Jahr 2012 waren es noch 42 211 gewesen.

Parallel zum Anstieg der Patientenzahlen ist auch die Zahl der Beschäftigten gewachsen – laut Kräh auf jetzt mehr als 3000. „Wir gewinnen trotz des Fachkräftemangels zusätzliches Personal. Das spricht für ein gutes Arbeitsumfeld, zumal wir auch nicht mehr zahlen, als der Tarif hergibt“, sagt der Geschäftsführer.

Nürtingen ist nicht die einzige Baustelle der Medius-Kliniken im Landkreis Esslingen. Nachdem die Handwerker in Kirchheim, wo zuletzt die aus Nürtingen umgezogene Psychiatrie eingegliedert worden ist, den Hammer aus der Hand gelegt haben, wird die Paracelsus-Klinik in Ostfildern-Ruit in den kommenden Jahren mit einem Aufwand von rund 120 Millionen Euro runderneuert.




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