Der Sandfang und das Betriebsgebäude der Kläranlage Steinenbronn sind marode. Und auf den Computern läuft noch Windows 95. Im Technischen Ausschuss haben die Räte für neue Computer gestimmt. Wegen der anderen Arbeiten stimmt sich die Gemeindeverwaltung derzeit noch ab.

Lokales: Malte Klein (mfk)

Steinenbronn - Die Kläranlage in Steinenbronn ist so in die Jahre gekommen, dass Teile davon nicht mehr richtig funktionieren. Darum sehen Verwaltung und Gemeinderäte hier Handlungsbedarf. Die Anlage wurde in den 1960er-Jahren gebaut. Nun gibt es dringenden Erneuerungsbedarf beim Sandfang, im Betriebsgebäude und bei der Computertechnik.

Deshalb ist die Kläranlage seit langem ein Thema bei Haushaltsberatungen, auch in diesem Jahr. In der Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstag haben die Räte dafür gestimmt, dass die veraltete Computertechnik ausgetauscht wird. Sie verwendet noch das Betriebssystem Windows 95 und gilt laut der Sitzungsvorlage als anfällig. „Aufgrund des Alters funktionieren diverse Meldungen und Ausführungen nicht mehr standardgemäß“, heißt es darin. So sei die Meldung von Störungen nicht mehr gesichert, „was zu einer hohen Gefahr für die Natur und Umwelt führen kann. Hier ist dringender Handlungsbedarf gefordert“. Die Gemeinderäte genehmigten 14 500 Euro für den neuen Betriebsrechner und 17 953 Euro für die Software. Eine Firma aus Waldenbuch erhält den Auftrag.

Gemeindeverwaltung stimmt sich derzeit ab

Ob aber auch mit den Arbeiten an der Kläranlage selbst in diesem Jahr begonnen wird, ist noch unklar. Auf Anfrage nimmt Bürgermeister Johann Singer zu dem Planungsstand Stellung: „Wir sind derzeit noch in der Abstimmung mit den zuständigen Stellen, ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen noch im Haushaltsjahr 2015 begonnen werden sollen beziehungsweise müssen.“ Für die Erneuerung des Sandfangs sind im Haushalt 670 000 Euro und für die Sanierung des Betriebsgebäudes 400 000 Euro eingeplant. Ein Ingenieurbüro plant gerade die neue Kläranlage.

Bereits vor einigen Jahren gab es einen Vorstoß der Gemeinde, das Betriebsgebäude zu sanieren. Allerdings meldeten sich auf die Ausschreibung hin laut Singer nicht für alle Gewerke Handwerker. Darum habe die Gemeinde die Ausschreibung 2014 zurückziehen müssen.

Der Schieber am Sandfang ist kaputt

Michael Seiferth, der Betriebsleiter der Kläranlage, zeigte vor Ort, warum der Sandfang am Anfang der Kläranlage erneuert werden muss. Durch diesen fließt das Abwasser, nachdem die größeren Teile der Fäkalien und das Toilettenpapier bereits durch den Rechen herausgefiltert wurden. Das grob gesäuberte Wasser fließt durch zwei Rinnen des Sandfangs. Und genau das soll eigentlich nicht passieren. „Mit diesem Schieber kann man das Abwasser in eine zweite Rinne leiten, wenn es regnet und besonders viel ankommt. Weil der Schieber aber kaputt ist, ist er nun total offen.“ Dadurch gelangt Wasser in beide Rinnen. Für Seiferth und seinen Kollegen bedeutet das, dass sie den Sandfang häufiger säubern müssen und mehr Arbeit haben.

Es ist aber nicht nur der Schieber, der Probleme macht. Seiferth zeigte einen Container, der einige Meter abseits am Ende des Sandfangs steht. „Eigentlich sollte hier nur heller Sand drin sein.“ Denn genau der soll in diesem Bereich absinken. Später werden die Partikel eingesaugt. „Aber nun gelangen auch kleinere organische Stoffe wie Fäkalien, Essensreste und Klopapier, in den Container. Sie laufen normalerweise durch und werden erst im Vorklärbecken zu Klärschlamm.“ Dadurch falle deutlich mehr Masse an, die abtransportiert werden muss, als wenn der Sandfang richtig funktionieren würde. Dieser Teil der Anlage müsste neu gebaut werden, sagt Seiferth.

Wände des Betriebsgebäudes sind nicht gedämmt

Das gilt nicht für das Betriebsgebäude, das ebenfalls alt ist. Es soll saniert werden. „Das Dach muss erneuert und die Wände gedämmt werden und wir brauchen eine neue Heizung“, zählte Seiferth auf. In dem Gebäude ist das Labor untergebracht. „Alle 24 Stunden nehmen wir Proben und überprüfen die Klärleistung“, sagte Seiferth. Das Labor kann so bleiben. Es sind aber andere Umbauten nötig. „Wir haben hier keine Schwarz- und Weißräume. Normalerweise ist es in Kläranlagen so, dass man die verunreinigte Arbeitskleidung im Schwarz- und die Straßenkleidung im Weißraum aus- und anzieht.“ Stattdessen haben sie einen Raum dafür. Auch für ihre Pause fehlt ein Zimmer. „Wir essen vorm Computer. Das stört mich“, sagt Seiferth.