Steuer für die Vierbeiner Tierheim-Hunde sind teils günstiger

Von Caroline Holowiecki 

Wer einen Hund aus dem Tierheim adoptiert, statt ihn zu kaufen, profitiert bei der Steuer. Wie stark, das unterscheidet sich von Kommune zu Kommune. Überall gilt: Gefährliche Hunde sind teuerer.

Es gibt Kommunen, die machen keinerlei Unterschied zwischen adoptierten und gekauften Hunden. Foto: dpa/Franziska Kraufmann
Es gibt Kommunen, die machen keinerlei Unterschied zwischen adoptierten und gekauften Hunden. Foto: dpa/Franziska Kraufmann

Filder - Tierschützer in Mannheim jubilieren. Um Bürgern schmackhaft zu machen, sich lieber einen Hund aus dem Tierheim zu holen, statt zu einem Züchter zu gehen, soll in der Stadt künftig die Hundesteuer auf Vierbeiner aus dem Tierheim entfallen. Das hat der Gemeinderat nach einem Antrag der Fraktionsgemeinschaft Li.Par.Tie – bestehend aus Linke, die Partei und Tierschutzpartei – beschlossen. Die Mannheimer Stadtverwaltung prüft aktuell, ob eine solche Befreiung zulässig ist. Neu ist der Gedanke in Mannheim indes nicht, dass man Personen, die ihren Hund aus einem Asyl holen, einen Bonus geben will. Schon jetzt gibt es finanzielle Erleichterungen, allerdings zeitlich befristet.

Stuttgart unterscheidet nicht zwischen adoptiertem und gekauftem Hund

Die Hundesteuersatzungen sind Sache der Kommunen. Die aktuellen Festlegungen sind auf den Homepages der Städte und Gemeinden abrufbar – und offenbaren auf der Filderebene große Unterschiede. In Stuttgart, wo im vergangenen Jahr knapp 15 000 Hunde gemeldet waren, wird keinerlei Abstufung zwischen einem gekauften und einem adoptierten Haustier unternommen. Ein Hund kostet dort 108 Euro pro Kalenderjahr, jeder weitere 216 Euro. Bei gefährlichen oder sogenannten Kampfhunden werden 612 Euro fällig. Lediglich für Vierbeiner, die dem Zivilschutz oder der Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen dienen, kann eine Befreiung beantragt werden.

Steuererleichterungen gibt es für Tierschützer indes in verschiedenen Nachbarkommunen. Wer in Filderstadt einen Hund anmeldet, der aus einem Tierheim stammt, spart sich die Steuer im ersten Jahr. Diese beträgt 120 Euro beziehungsweise 240 Euro, wenn es sich um einen Zweithund handelt. Kampfhunde kosten in Filderstadt 840 Euro pro Jahr. Im benachbarten Leinfelden-Echterdingen ist man sogar noch großzügiger, wenn man dem Tierheim einen Hund abnimmt. Die Steuerbefreiung gilt dort für zwei Jahre. Ansonsten kostet die Haltung 126 Euro für ein beziehungsweise 252 Euro für jedes weitere Tier. Listenhunde sind in Leinfelden-Echterdingen extra teuer: Bei einem liegt der Steuersatz bei 840 Euro, bei jedem weiteren bei 1248 Euro pro Jahr.

Niemand komme wegen der Steuerbefreiung

Auch im Landkreis Böblingen muss man sich genau informieren. Während die Satzung aus Steinenbronn keine Steuerbefreiung für Tierheim-Hunde vorsieht, ist das einen Ort weiter, in Waldenbuch, anders. Dort zahlen Tierfreunde für Gefährten, „die direkt vom Tierheim Böblingen übernommen werden“, laut Satzung zwölf Monate lang nichts. Das sind 132 Euro für einen Erst- und 264 Euro für einen Zweithund. Kampfhunde kosten in Waldenbuch knapp 800 Euro pro Jahr.

Hanne Dressler, die Vorsitzende des Tierschutzvereins in Filderstadt, lobt Kommunen, die finanzielle Anreize bieten, sagt aber auch: „Zu uns ins Tierheim kommt keiner wegen einer Steuerbefreiung.“ In der Regel wüssten die Leute nicht mal, dass es mancherorts solche „Bonbole“ gebe. Wer einen Hund adoptiere, mache das aus Überzeugung und nicht wegen des Geldes. Vielmehr sagt sie: „Das soll nicht der Grund sein.“ Wer sich ein Tier ins Haus hole, müsse sich im Klaren darüber sein, dass Futter, Versicherung und Behandlungen durch den Veterinär teuer seien. Hanne Dressler mahnt: „Ein Hund kostet Geld.“




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