Stocherkahnrennen in Tübingen Turbulente Wasserschlacht auf dem Tübinger Neckar beim Stocherkahnrennen

Von dpa/lsw 

Holz splittert, Wasser spritzt, Zuschauer jubeln: Tübinger Studenten verwandeln den Neckar zur Wettkampfarena. Das Stocherkahnrennen zieht tausende Besucher an. Und wird ein Fall für den Rettungsdienst.

Holz splittert, Wasser spritzt, Zuschauer jubeln: Tübinger Studenten verwandeln den Neckar zur Wettkampfarena. Das Stocherkahnrennen zieht tausende Besucher an. Und wird ein Fall für den Rettungsdienst. Foto: www.7aktuell.de | 104 Bilder
Holz splittert, Wasser spritzt, Zuschauer jubeln: Tübinger Studenten verwandeln den Neckar zur Wettkampfarena. Das Stocherkahnrennen zieht tausende Besucher an. Und wird ein Fall für den Rettungsdienst. Foto: www.7aktuell.de |

Tübingen - Wildes Kampfgetümmel, spritzendes Wasser, jubelnde Zuschauer: Am Donnerstag verwandelte sich der idyllische Neckar in Tübingen wieder in eine Rennstrecke. Zum legendären Stocherkahnrennen lieferten sich 55 Teams eine heiße Wasserschlacht in schwankenden Holzkähnen. Die Mannschaften mussten dabei mit ihren meterlangen Booten nicht nur die etwa 2,5 Kilometer lange Schleife rund um die Neckarinsel bewältigen, sondern sich auch den Angriffen der Konkurrenten erwehren.

Beim traditionellen Wettstochern geht es rustikal zu. Aus dem unübersichtlichen Getümmel erfolgreich herausgehalten hat sich dieses Jahr die Fachschaft der Sportwissenschaftler. Sie überquert, wie schon im Jahr zuvor, als erste die Ziellinie.

Hinter ihnen, am sogenannten Nadelöhr, entbrennt die gewohnt leidenschaftlich und hektisch geführte Schlacht. An der gefürchteten Engstelle zwischen Neckarbrücke und Insel, gibt es wieder spektakuläre Szenen für die erwartungsvoll spöttelnden Zuschauer zu beobachten. Während sich einige Holzboote zu einem riesigen Knäuel verkeilen, andere miteinander kollidieren, schaut so manch Matrose dem chaotischen Treiben - freiwillig und unfreiwillig - kurzweilig von unter Wasser zu.

Nasse Kleidung und blaue Flecken nehmen die Wettkämpfer in Kauf, nur um am Ende nicht als Letzter ins Ziel zu kommen. Denn dort wartet, traditionsgemäß, eine besondere Belohnung auf Verlierer und solche, die es mit den Regeln nicht so ernst nehmen: Es sind große, mit Lebertran gefüllte Gläser.

Das Rennen lockt trotz kühler Witterung tausende Zuschauer in die Stadt

Als Verlierer hätte es dieses Jahr eigentlich die alte Straßburger Burschenschaft Arminia treffen müssen. Sie überquert abgeschlagen und nur mit Mühe das Ziel. Ihr Holzkahn war auf der Strecke mit Wasser vollgelaufen. Anfeuerungsrufe der Zuschauer begleiten die schwer schnaufenden Männer, als sie ihr Gefährt gegen die starke Strömung und schultertief im Wasser stehend schließlich doch noch über die Ziellinie bugsieren. Und lädiert: Die Männer aus dem Elsass haben leichte Unterkühlungen erlitten. Der Lebertran-Kelch geht erst einmal an ihnen vorbei. Stattdessen kümmern sich Mediziner um sie.

Ansonsten ist das Gaudi-Rennen unbeschwert. Es lockt, trotz kühler Witterung, wieder tausende Zuschauer in die Universitätsstadt. Diese nehmen auch während einer Kostümparade die fantasievoll gestalteten Outfits der Wettkämpfer ab.

Es ist großer Einfallsreichtum zu bestaunen. Einige Mannschaften haben die bis zu zwölf Meter langen Kähne in regelrechte Kunstwerke verwandelt. Schwein haben hier die Geowissenschaftler. Mit überlebensgroßen Lego-Figuren gewinnen sie den Kostümwettbewerb. Der Lohn: ein Spanferkel.