Straße wird ausgebaut Einigung mit Landwirten bei Holperpiste
Die Straße zwischen Affalterbach und Remseck-Hochdorf kann nun doch auf ganzer Länge ausgebaut werden. Auf den letzten Drücker lenkten die Grundbesitzer ein.
Die Straße zwischen Affalterbach und Remseck-Hochdorf kann nun doch auf ganzer Länge ausgebaut werden. Auf den letzten Drücker lenkten die Grundbesitzer ein.
Die schmale Kreisstraße zwischen Affalterbach und Hochdorf hat wegen ihres ramponierten Belags und der ausgefransten Ränder längst überregionale Bekanntheit als Holperpiste erlangt. Vermutlich hätte es die Route abermals in die Schlagzeilen geschafft, wenn die jüngsten Sanierungspläne eins zu eins umgesetzt worden wären. Demnach wäre das knapp 1,5 Kilometer lange Mittelstück notgedrungen nicht wie der Rest der Trasse auf eine Breite von sechs Metern ausgebaut worden, weil sich die Eigentümer der dafür benötigten Grundstücke quergestellt hatten und ihren Boden nicht veräußern wollten. Ein Szenario, das nun aber nach Lage der Dinge doch noch abgewendet werden konnte.
Bei einem Treffen kurz vor Weihnachten auf neutralem Boden in der Vinothek des Erdmannhäuser Weinguts Stegmaier wurde die Kuh vom Eis geholt. Mit am Verhandlungstisch saßen hier sämtliche bis dahin verkaufsunwilligen Landwirte aus der Marbacher Exklave Siegelhausen, Gesandte des Ludwigsburger Landratsamts, die Bürgermeister aus Affalterbach und Marbach sowie mit Rainer Gessler (Freie Wähler) und Horst Stegmaier (CDU) Vertreter der beiden stärksten Fraktionen des Kreistags. Wobei Letzterer zudem als Gastgeber fungierte – und den Austausch initiiert hatte. „Ich wollte das so nicht stehen lassen, dass das Mittelstück nicht ausgebaut wird“, erklärt Stegmaier, der selbst Landwirt ist.
Ergebnis des Gesprächs war „die Einigung zum Verkauf der für den Ausbau notwendigen Grundstücke dem Grunde nach“, fasst Andreas Fritz, Pressesprecher des Landratsamts, zusammen. Formal in trockenen Tüchern sei das Ganze aber nicht. „Es sind jetzt noch die individuellen Kaufverträge im Detail auszuhandeln, bei denen es zum Beispiel auch steuerrechtliche Fragen zu klären gibt“, erläutert Fritz. Alles in allem habe man sich über 24 Grundstücke verständigen müssen, die in den Händen von sieben Eigentümern seien. Letztendlich habe man die Besitzer davon überzeugen können, dass manche ihrer Forderungen „von der Verwaltung nicht umgesetzt werden können“.
Laut Vorlage zur Kreistagssitzung im Dezember hatten die Landwirte als Gegenleistung für den Verkauf ihrer Stückle ursprünglich darauf gedrängt, das Parken in der Affalterbacher Ortsdurchfahrt zu verbieten. Dann könnten ihre ausladenden Fahrzeuge leichter durch die Talstraße navigiert werden. Horst Stegmaier sagt jedoch, dass das Anliegen der Bauern missverständlich rübergekommen sei. „Hier wurde mehr über- als miteinander geredet. Die Siegelhäuser wollten gar kein generelles Parkverbot“, betont er. Stattdessen hätten sie sich einzelne Parkbuchten zur Verbesserung der Lage gewünscht. Der Affalterbacher Bürgermeister Steffen Döttinger habe nun kurz vor Weihnachten zwar nichts zusagen können, aber versichert, sich um eine Lösung in der Frage zu bemühen. Ferner sei den Landwirten in Aussicht gestellt worden, dass bei den Einfahrten in Feldwege und nach Siegelhausen, das zwischen Affalterbach und Hochdorf liegt, nur Tempo 50 gefahren werden dürfe.
Die Arbeiten an der Kreisstraße sollen im April 2024 beginnen. Erst werden die Ortsdurchfahrten in Hochdorf und Affalterbach erneuert, anschließend erfolgt der Ausbau auf der freien Strecke in zwei Abschnitten.
Erneuerung
Das Landratsamt will auf der Kreisstraße 1669 zunächst von April bis Anfang August 2024 die Ortsdurchfahrt in Hochdorf erneuern lassen, im Anschluss jene in Affalterbach. Dann ist der Abschnitt der Verkehrsader außerorts von der Gemeinde am Apfelbach bis zum Abzweig nach Siegelhausen an der Reihe. „Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind – wahrscheinlich 2025 – und Sigelhausen aus Richtung Affalterbach wieder anfahrbar ist, folgt als letztes der Lückenschluss zwischen dem Ortsausgang von Remseck-Hochdorf bis zum Abzweig nach Siegelhausen“, erklärt Kreishaussprecher Andreas Fritz.