Straßen in Leinfelden-Echterdingen Es gibt immer mehr Holperpisten
Der Zustand der Straßen wird kontinuierlich mit einem computergestützten System überprüft und ausgewertet. Zuletzt hat er sich leicht verschlechtert.
Der Zustand der Straßen wird kontinuierlich mit einem computergestützten System überprüft und ausgewertet. Zuletzt hat er sich leicht verschlechtert.
Alle vier Meter wird ein Foto geschossen. Die Daten werden an einen Rechner gesendet, der die Bilder auswertet und die befahrenen Straßen in eine von sechs Kategorien einordnet. Bei der Vorstellung des Straßenzustandes in Leinfelden-Echterdingen gab es nun Kritik an diesem Vorgehen. Mehrere Stadträte meldeten nach der Vorstellung der Zahlen Zweifel an der Vorgehensweise an. „Man kann sich mit dieser Befahrung auch in die eigene Tasche lügen“, meinte Martin Klein (Bündnis90/Die Grünen). Viele Nebenstraßen seien in einem sehr schlechten Zustand. Diese würden aber gar nicht befahren, sodass diese Daten nicht in die Auswertung miteinflössen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Erich Klauser fragte, ob denn auch der Zustand der Gehwege mit dem System erfasst werde. Der Stellvertretende Leiter des Amts für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau, Andreas Waibel, erklärte, dass die Gehwege aufgrund parkender Autos und anderer Hindernisse oft nicht auf den Fotos zu sehen seien. Die Gehwege müssten weiter manuell erfasst werden. Für die Radwege sei eine eigene Befahrung geplant.
Die Technik macht es dem Rathaus seit einigen Jahren einfacher. Früher wurden alle Straßen der Stadt, rund 150 Kilometer, von externen Firmen abgefahren. Seit 2019 nutzen die Mitarbeiter des Bauhofes nun ein smartphonegestütztes System. Sie sind im Frühjahr und im Herbst zur Zustandserfassung in der Stadt unterwegs. Das Smartphone macht in regelmäßigen Abständen ein Foto. Autokennzeichen und Personen werden automatisch unkenntlich gemacht. Anschließend werden die Daten übertragen und ein Computerprogramm erkennt die Schäden auf den Straßen automatisch. Im Vergleich zu früher wird viel Zeit und damit Geld gespart. Rund 16 000 Euro kostet die beschriebene Vorgehensweise pro Jahr mit zweimaliger Befahrung. Früher wurde nicht die ganze Stadt, sondern es wurden nur einzelne Teilorte überprüft. Hätte man die ganze Stadt überprüft, wären Kosten von 200 000 Euro für eine Befahrung zusammengekommen, schätzt Waibel. „Es war wesentlich teurer“, betonte er.
Die jüngsten Daten weisen auf eine leichte Verschlechterung des Straßenzustandes hin. Waren im Jahr 2022 noch 15 Prozent der Fahrstreifen in einem schlechten Zustand, sind es bei der Befahrung im vergangenen Frühjahr 16 Prozent gewesen. „Wir müssen mehr Geld in die Unterhaltung stecken unterm Strich“, schloss Waibel aus den nun veröffentlichten Daten. Derzeit investiert die Stadt für Neubau und Unterhalt bereits mehr als eine Million Euro jährlich.