Straßennamen in Esslingen Es gibt Hoffnung für die Vogelsangbrücke

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Bei der geplanten Umbenennung von Straßen, Brücken und Plätzen in Esslingen sorgen ein Rückzieher der SPD und vehemente Kommentare von Bürgern für viel Diskussionsstoff. Besonders die Idee von einer Vienne-Brücke stößt auf Unverständnis.

Die Frage, an welcher Stelle in der Stadt sich die Städtepartnerschaft mit dem französischen Vienne im Straßenbild widerspiegeln soll, wird neu aufgerollt. Foto: Horst Rudel/Archiv
Die Frage, an welcher Stelle in der Stadt sich die Städtepartnerschaft mit dem französischen Vienne im Straßenbild widerspiegeln soll, wird neu aufgerollt. Foto: Horst Rudel/Archiv

Esslingen - Eigentlich schien schon alles klar: Aus der Südtangente in der Esslinger Weststadt wird die Bertha-Benz-Straße, aus dem Bahnhofs- ein Europa-Platz und aus der Vogelsangbrücke die Vienne-Brücke. In einem gemeinsamen Antrag hatten die drei großen Fraktionen im Esslinger Gemeinderat diese Namensänderungen beantragt. Die Grünen wollen mit Bertha Benz mehr Frauennamen auf Esslingens Straßen etablieren, die SPD will den in der Stadt gepflegten Europa-Gedanken hoch halten und die CDU mit einer Brücke die innige Verbindung zur französischen Partnerstadt ins Bewusstsein der Menschen rücken.

Es soll jetzt keinen Schnellschuss geben

In der nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Montag, 12. November, steht der Antrag auf der Tagesordnung. Doch schon jetzt ist – sehr zur Freude vieler Bürger, die sich massiv vor allem über die geplante Umbenennung der Vogelsangbrücke beschwert hatten – klar, dass es bei der Umbenennung der Straßen keinen Schnellschuss geben wird.

Denn der SPD-Fraktionschef Andreas Koch hat dem Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger inzwischen mitgeteilt, dass seine Partei ihre Beteiligung an dem fraktionsübergreifenden Antrag zurückzieht. In der Begründung heißt es: „Der Antrag wurde auf den Weg gebracht und von einem unserer Fraktionsmitglieder unterzeichnet, bevor die Fraktion als Ganzes über die Antragspunkte beraten konnte.“

Mittlerweile sehe man klarer und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die SPD zwar generell die Würdigung der Städtepartnerschaft mit Vienne in Form der Benennung einer Straße oder eines Platzes vorstellen könne. Andreas Koch: „Eine der großen Neckarbrücken erscheint uns dafür aber nicht der richtige Ort – und schon gar nicht eine Brücke mit einem esslingen-typischen historischen Namen.“

Auch einer Umbenennung der Südtangente in der Neuen Weststadt stehe die SPD offen gegenüber. Allerdings sollte man noch einmal über die „etwas wahllose Bezeichnung“ diskutieren. Der Name Bertha-Benz-Straße stoße innerhalb der SPD-Fraktion „mehrheitlich auf Bedenken“.

Grüne und CDU signalisieren Gesprächsbereitschaft

„Wir sind ein wenig überrascht über den Rückzieher der SPD“, sagt Carmen Tittel, die Fraktionschefin der Grünen. Als der SPD-Stadtrat Klaus Hummel mit der Idee an die Grünen und die CDU herangetreten sei, bei der Straßen- und Brückenumbenennung einen überfraktionellen Antrag zu formulieren, sei ihre Partei über den „eher bürokratischen und technischen“ Namen Süd-Tangente gestolpert. Man werde sich nicht an Bertha Benz festklammern, betont Carmen Tittel: „Wir wollen aber, dass diese wichtige neue Straße einen ordentlichen Namen bekommt.“

Auch die CDU signalisiert Gesprächsbereitschaft, was ihren Vorschlag Vienne betrifft. Der CDU-Fraktionschef Jörn Lingnau betont zwar, dass er es nach wie vor für „eine symbolisch sehr gute Idee“ halte, die Städtepartnerschaft mit der Umbenennung einer Brücke zu betonen. Wenn die Esslinger aber an ihrer Vogelsangbrücke hingen und nicht bereit wären, auf diesen Namen zu verzichten, müsse man sich noch einmal Gedanken darüber machen, an welch anderer geeigneter Stelle in Esslingen der Name Vienne im Straßenbild auftauchen könne.




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