Straßenzeitung „Trott-war“ schlägt Alarm „Wenn wir den Vertrieb zumachen, müssten viele betteln gehen“

Von red/epd 

Die Straßenzeitung „Trott-war“ hat wegen der Corona-Krise einen Hilferuf veröffentlicht. Der Zeitungsverkauf werde einbrechen, Veranstaltungen entfielen, heißt es in einer am Montag in Stuttgart verbreiteten Mitteilung

Die Straßenzeitung „Trott-war“ wird in mehr als 20 württembergischen Städten verkauft. Foto: Trott-War/Trott-War
Die Straßenzeitung „Trott-war“ wird in mehr als 20 württembergischen Städten verkauft. Foto: Trott-War/Trott-War

Stuttgart - Einen Hilferuf hat die Straßenzeitung „Trott-war“ wegen der Corona-Krise veröffentlicht. Der Zeitungsverkauf werde einbrechen, Veranstaltungen entfielen, heißt es in einer am Montag in Stuttgart verbreiteten Mitteilung. „Wir handeln sofort und geben die Straßenzeitungen an unsere Verkaufenden umsonst heraus“, sagte „Trott-war“-Geschäftsführer Helmut Schmid. Falls eine totale Ausgangssperre verhängt werde, stelle Trott-war den Verkauf komplett ein.

Derzeit praktiziert das Blatt den „kontaktlosen Verkauf“. Kunden können abgezähltes Geld in einen Behälter werfen und sich eine Zeitung vom Stapel nehmen, erläuterte Schmid. Die Verkäufer hielten sich zwei Meter auf Distanz. „Wenn wir den Vertrieb zumachen, müssten viele betteln gehen“, sagte Verkäufersprecher Thomas Schuler. Üblicherweise kauften Verkäuferinnen und Verkäufer die Straßenzeitung für 1,30 Euro und verkauften sie für 2,60 Euro.

170 Menschen verkaufen die Zeitung

Von den angekündigten Hilfsgeldern von Bund und Land würden die Mitarbeiter bei „Trott-war“ vermutlich nichts sehen. Sie würden trotz starker Einbußen kein zinsloses Darlehen, kein Kurzarbeitergeld oder eine andere staatliche Zuwendungen erhalten, sagte Schmid. Die Straßenzeitung erscheint monatlich und wird in mehr als 20 württembergischen Städten von rund 170 Menschen verkauft. Vereinszweck ist es, die Lebenssituation von sozial benachteiligten, langzeitarbeitslosen und obdachlosen Menschen positiv zu verändern.

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