Streit im Eishockey Machtkampf zwischen Verband und Liga

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Im deutschen Eishockey ist ein Streit darüber entbrannt, wie der Unterbau der DEL aussehen soll. Die Liga plädiert für eine DEL II, zum Beispiel mit Bietigheim, der Verband will eine zweite Liga unter seiner Regie.

Zumindest die Halle ist in Bietigheim DEL-tauglich. Foto: Baumann
Zumindest die Halle ist in Bietigheim DEL-tauglich. Foto: Baumann

Stuttgart - Eigentlich war der Zug zur Deutschen Eishockey-Liga (DEL) abgefahren für den SC Bietigheim-Bissingen. Spätestens als der Rivale Schwenningen den Steelers die vakant gewordene Lizenz der Hannover Scorpions weggeschnappt hatte, oder besser: für einen siebenstelligen Euro-Betrag weggekauft.

Denn in dem Wettbieten um den Aufstieg am grünen Tisch wurde von den Schwarzwäldern ein mündlich vereinbartes Gentleman's Agreement ignoriert, wonach der Meister das erste Anrecht hatte. Und Meister der zweiten Liga waren nun mal die Bietigheimer nach dem Sieg in einer dramatischen Finaleserie – gegen eben diese Schwenninger.

Manche sagen „verarscht“

Nix war’s also mit der DEL – oder doch? Es könnte zumindest mit deren Unterbau klappen, der DEL II. Die Gründung der Liga als GmbH ist bereits vollzogen, die Umsetzung noch nicht. Denn nach einem Wintermärchen folgt im deutschen Eishockey traditionell das Sommertheater. Und das ist dieses Jahr besonders heftig.

Weil sich die Vereine vom Verband DEB vernachlässigt (manche sagen sogar „verarscht“) fühlen, streben sie mehrheitlich den Anschluss an die DEL an. Dort erhoffen sie sich mehr Professionalität (etwa bei der TV-Präsenz). Nicht dabei sind zurzeit nur Riessersee, Kaufbeuren, vielleicht Kassel und Hannover.