Streit im Lichtenwalder Rathaus Frieden im Ort steht auf dem Spiel

In Lichtenwald ist die Atmosphäre in der Kommunalpolitik gestört. Foto: Roberto Bulgrin

Eine neutrale Stimme von außen könnte hilfreich sein, um in Lichtenwald neue Brücken zwischen Bürgermeister und Gemeinderat zu bauen, kommentiert unser Autor Peter Stotz.

Unter dem Rathausdach in Lichtenwald raucht es wieder einmal gewaltig. Zwar grummelte es im Verhältnis zwischen dem Gemeinderat und Bürgermeister Ferdinand Rentschler in der Vergangenheit immer wieder einmal, die Emotionen gingen hoch, manchmal flogen die Fetzen, doch der Zwist ließ sich meist gütlich beilegen. Doch nun hat sich ein Graben aufgetan, der wohl nicht so einfach zu überbrücken sein wird.

 

Was in dem kommunalpolitischen Theater auf dem Schurwald derzeit geboten wird, ist starker Tobak. Nicht genug, dass der Rat die Kommunalaufsicht bemühen muss, weil der Bürgermeister Beschlüsse des Gremiums nicht umsetzt. Nicht genug, dass die Gemeindeverwaltung und ihr Chef auch die Rechtsauffassung des Landratsamts nicht akzeptieren. Nun steht womöglich auch noch eine Klage ins Haus.

Immer wieder hatte der Gemeinderat in den vergangenen Monaten an Rentschler appelliert, zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zurückzukehren, und ihn zudem in öffentlicher Sitzung aufgefordert, „die Rechtsstellung des Gemeinderats als Vertretung der Bürger und Hauptorgan der Gemeinde zu respektieren“.

Geschehen ist offenkundig nicht viel. Wie soll unter diesen Umständen das auch von dem Esslinger Landrat Heinz Eininger geforderte „konstruktive Miteinander“ von Bürgermeister und Räten gewahrt werden? Wie sollen die Interessen der Bürger nicht unter die Räder kommen? Das Tischtuch ist noch nicht zerschnitten, doch es ist ernsthaft in Gefahr. In einer Partnerschaft ist zuweilen eine neutrale Stimme hilfreich. Manchmal ist es klug, auf Hinweise von außen zu hören und die eigenen Überzeugungen hintanzustellen. Denn in Lichtenwald wird ja nicht ein Disput unter Nachbarn über die Kehrwoche ausgetragen. Es geht um nicht weniger als den Frieden im Ort.

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