Streit über Ferienzeiten Susanne Eisenmann will sich späte Sommerferien nicht nehmen lassen

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Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wollen eine Neuordnung der Sommerferienregelung. Notfalls werde man die eigenen Ferien „im Alleingang“ festlegen, droht Hamburgs Bildungssenator. Doch auch im Südwesten zeigt man sich stur – vor allem wegen der Pfingstferien.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann will Pfingst- und Sommerferien nicht antasten. Foto: Lichtgut/Julian Rettig/Julian Rettig
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann will Pfingst- und Sommerferien nicht antasten. Foto: Lichtgut/Julian Rettig/Julian Rettig

Stuttgart - Baden-Württemberg sieht ebenso wie Bayern keinen Anlass zu einer Neuordnung der Ferienzeiten. „Die bisherige Ferienregelung hat sich sehr bewährt, deshalb werden wir daran festhalten“, sagt Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Dank des späten Sommerferientermins könnten in Baden-Württemberg über das Schuljahr hinweg alle Ferien konstant und pädagogisch sinnvoll verteilt werden. Der späte Ferientermin ermögliche auch zusätzliche Pfingstferien, die von vielen Eltern und Lehrkräften sehr geschätzt würden. Sie seien für viele Familien die ideale Reisezeit und teilweise beliebter als die Sommerferien. Eisenmann erläutert: „Bei einem früheren Sommerferientermin müssten wir darauf verzichten, da wir sonst keine ausreichenden Lern- und Prüfungszeiträume zum Schuljahresende garantieren könnten.“ Die Position der Kultusministerin ist klar: „Dies kommt nicht in Frage.“

„Viel Spaß auf den langen bayerischen Autobahnen“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte am Sonntag im Zusammenhang mit der Absage an den Nationalen Bildungsrat erklärt: „Das bayerische Abitur bleibt bayerisch, übrigens genauso, wie die Ferienzeiten bleiben, wir wollen auch die nicht angleichen.“ Nun droht Hamburg mit einem Ende der Absprachen zwischen den Bundesländern. „Dieser Schuss aus Bayern wird nach hinten losgehen: Jetzt wird jedes Land genau wie Bayern die Sommerferien im Alleingang festlegen“, sagte Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) der „Süddeutschen Zeitung“ und fügte hinzu: „Viel Spaß auf den langen bayerischen Autobahnen.“

Die aktuelle Sommerferienregelung hat die Kultusministerkonferenz (KMK) bis zum Jahr 2024 festgelegt. Bayern und Baden-Württemberg sind auf den späten Termin im August und September festgelegt, alle anderen Länder wechseln zwischen frühen und späten Terminen. Neben Hamburg hatten auch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen angekündigt, sich für eine Neuordnung einsetzen zu wollen. Über die Ferienregelung in den Jahren 2025 bis 2030 wird die KMK voraussichtlich im kommenden Jahr einen Beschluss fassen.