Keiner hat die Absicht, eine Mauer zu bauen. Stimmt. Aber mit einem 1,80 Meter hohen Zaun rund um die Sportplätze der Cotta-Schule liebäugelt die Stadt dann doch. Damit ja keiner mehr auf die Idee kommt, dort abseits der Schulzeiten zu kicken oder Basketball zu spielen. Ein Armutszeugnis. Man kann es nicht anders sagen: Es ist ein Debakel, was sich da abspielt.
Teure Wohnungen werden in den Park der Villa Berg gebaut, aus 42 Wohnungen beschweren sich einige Parteien über den Lärm der jungen Sportler. Das ist ihr Recht, nur gerecht ist es nicht. Es erschließt sich niemandem, warum jemand, der neben einen Sportplatz zieht, schließlich dort das Sporttreiben verhindern lassen kann. Als allerletzte die jungen Sportler. Seit Jahren spielen sie dort Basketball. Sie organisieren sich, sie treffen sich, sie sind draußen, sie treiben Sport, und das so gut, dass sogar Scouts von Bundesliga-Vereinen angereist sind, um zu spickeln. Sie machen alles richtig, aber sind am Ende doch falsch. Der Sportplatz wird gesperrt.
Nicht nur sie fragen sich, was ist das für eine Demokratie? Denn fast alle, etliche Ämter, Bezirksbeiräte, Stadträte, Landtagsabgeordnete sind auf ihrer Seite, spielen dürfen sie aber doch nicht. Bebauungsplan, Baurecht, Immissionsschutzgesetz, das sind die Totschlagargumente. Ganz so als seien sie vom Himmel gefallen und nicht von Menschen gemacht und umgesetzt. Immerhin erlauben Bebauungsplan und Baurecht einen 1,80 Meter hohen Zaun. Um den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, ihr gehört nicht hierher: In unserer Stadt herrscht Grabesruhe.