"Wir fordern, von Anfang an beteiligt zu werden - und absolute Transparenz", sagte der Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann.

Stuttgart - Die künftige grün-rote Koalition in Baden-Württemberg will die Bahn beim Stresstest zu dem umstrittenen Bauvorhaben Stuttgart 21 kontrollieren. „Wir fordern, von Anfang an beteiligt zu werden - und absolute Transparenz“, sagte der Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann, der an den Stuttgarter Koalitionsgesprächen beteiligt war, der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). Dass die Bahn bislang so zuversichtlich sei, den Test zu bestehen, mache ihn misstrauisch. „Wir wollen genau wissen, welche Daten eingegeben werden und wie gerechnet wird.“

Den Stresstest hatte der Schlichter Heiner Geißler angeordnet. Die Bahn soll darin beweisen, dass der neue Tiefbahnhof um 30 Prozent leistungsfähiger ist als der alte Kopfbahnhof. Sie wird dabei von einem Gutachterbüro beaufsichtigt, auf das sich Gegner und Befürworter in der Schlichtung geeinigt hatten.

Doch „wie unabhängig ist ein Gutachterbüro, das einen Großteil seiner Aufträge von der Bahn bekommt?“, fragte Hermann. Seiner Überzeugung nach wird das Projekt Stuttgart 21 den Stresstest „nicht ohne teure Nachbesserungen“ bestehen. Dann aber „wäre ein Volksentscheid vermutlich hinfällig“.


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