Studie der Robert-Bosch-Stiftung Die Schulen brauchen mehr Geld

Die Mängel an deutschen Schulen sind lange bekannt. Foto: dpa/Marijan Murat

Das Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung ist der tausendste Weckruf – und doch kann man nur hoffen, dass er gehört wird. Deutschland muss erheblich mehr für seine Schulen tun, kommentiert Tobias Peter.

Korrespondenten: Tobias Peter (pet)

Viele Schulgebäude sind marode. Der Lehrkräftemangel erschwert den Unterrichtsbetrieb erheblich. Diejenigen, die in den Klassenzimmern arbeiten, fühlen sich oft überfordert und erschöpft – auch emotional. Kurz: Die Probleme an den deutschen Schulen sind riesengroß.

 

Die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers sind ungefähr so überraschend wie die Tatsache, dass die meisten Menschen, die man am FKK-Strand trifft, nackt sind. Dennoch – oder auch gerade deshalb – ist die Untersuchung der Robert-Bosch-Stiftung wichtig, weil sie ein Weckruf ist. Auch wenn die Erfahrung leider zeigt: Egal wie laut der Weckruf oder wie schlecht die Pisa-Ergebnisse sind, am Ende schlafen die politisch Verantwortlichen doch wieder ein, weil es bequemer so ist.

Sind Fachleute am Werk?

Auch die Erkenntnis, dass viele Lehrerinnen und Lehrer Mobbing, aber auch physische Gewalt als schwerwiegendes Problem an den Schulen erleben, darf Fachleute – und das sind die meisten Kultusministerinnen und Kultusminister im Land hoffentlich – nicht überraschen. Die Schulen sind mit vielen gesellschaftlichen Problemen konfrontiert. Mehr noch: Sie sind die Orte, an denen viele dieser Probleme eigentlich – zumindest so gut es eben geht – gelöst werden müssen. Denn wo sonst könnten die Kinder in einer immer vielfältigeren Gesellschaft, in der es immer auch soziale Unterschiede geben wird, ein friedliches Zusammenleben besser erlernen als dort?

Deutschland investiert gerade viele Milliarden Euro in seine äußere Sicherheit. Das ist wichtig. Gleichzeitig gilt: Die Schulen sind ein Ort, wo es um die Zukunft, den Zusammenhalt und damit auch die innere Sicherheit der Gesellschaft geht. Auch wenn sich die Probleme – Stichwort Lehrermangel – nicht allein mit Geld lösen lassen, darf sich niemand täuschen: Die Gesellschaft muss hier erheblich mehr investieren. Sonst schadet sie sich selbst.

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