Studie Wohnraum für Studenten wird knapp

Von dpa 

Die Wohnungssuche könnte 2012 für Studenten noch schwieriger werden. Eng wird es vor allem in Stuttgart und Freiburg. Und wohl auch teurer.

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Mannheim - Viele Studenten in Baden-Württemberg werden nächstes Jahr bei der Wohnungssuche Probleme bekommen - laut einer Studie werden zum Wintersemester 2012/13 die Zimmer knapp. Besonders an den Hochschulstandorten Stuttgart, Freiburg und Konstanz wird die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigen, wie aus einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hervorgeht. Sie stützt sich auf eine Befragung der Studentenwerke im Land im Frühjahr.

Ein Hauptgrund dafür seien die doppelten Abiturjahrgänge 2012 in Baden-Württemberg - laut Prognosen des Statistischen Landesamts machen dann 58.300 Schüler Abitur (2011: 36.500). Eine Rolle spiele auch die Aussetzung der Wehrpflicht. Es sei davon auszugehen, dass die knapp 20.000 bis zum Jahr 2012 in Baden-Württemberg zusätzlich bereitgestellten Plätze für Studienanfänger nicht ausreichen.

Mieten könnten steigen

In Stuttgart, Freiburg und Konstanz werde zwischen 2012 und 2014 der Bedarf das Angebot an Studentenwohnraum um mehr als zehn Prozent übersteigen. Das ohnehin schon hohe Mietpreisniveau dort dürfte daher noch steigen. In Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim und Ulm wird der Studie zufolge der studentische Wohnungsmarkt dagegen nur ein wenig umkämpfter - in Tübingen dürfte er gleichbleiben, ebenso wie an den kleineren Hochschulstandorten wie Göppingen, Heilbronn und Offenburg.

Nicht zuletzt wegen der hohen Mieten zeigen Baden-Württembergs Studenten ein anderes Wohnverhalten als im Bundesschnitt. Nach Zahlen aus dem Jahr 2009 wohnten nur rund 28 Prozent allein oder mit Partner (Bundesschnitt: 37), 27 Prozent bei ihren Eltern (Bundesschnitt: 23) und 29 Prozent in Wohngemeinschaften (Bundesschnitt: 26). Beim Wohnen zur Untermiete oder im Wohnheim gab es nur geringe Abweichungen.

Die Ergebnisse stammen aus der Studie „Wohnmarktbeobachtung Baden-Württemberg 2010“ (PDF), die das ZEW mit der Uni Mannheim erstellt hat - im Auftrag der L-Bank, der Förderbank des Landes.