Neue Studie zum Coronavirus Geimpfte Infizierte unter Delta wohl ähnlich ansteckend wie Ungeimpfte

Für die Studie, die noch nicht von unabhängigen Experten geprüft wurde, analysierten die Wissenschaftler insgesamt Ergebnisse von mehr als drei Millionen Nasen- und Rachenabstrichen bei Erwachsenen in Großbritannien. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Für die Studie, die noch nicht von unabhängigen Experten geprüft wurde, analysierten die Wissenschaftler insgesamt Ergebnisse von mehr als drei Millionen Nasen- und Rachenabstrichen bei Erwachsenen in Großbritannien. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Wissenschaftler der Universität Oxford fanden heraus, dass die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe mit der Zeit abnimmt – und eine Infektion mit der Delta-Variante bei Vollgeimpften eine vergleichbar hohe Viruslast wie bei Nichtgeimpften auslöst.

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Frankfurt -

Zwei Impfdosen mit Biontech/Pfizer oder AstraZeneca bieten einer Studie zufolge guten Schutz vor der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Allerdings fanden Wissenschaftler der Universität Oxford in der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung heraus, dass die Wirksamkeit der Vakzine mit der Zeit abnimmt und eine Infektion mit der Delta-Variante bei Vollgeimpften eine vergleichbar hohe Viruslast wie bei Nichtgeimpften auslöst. Sofern sie sich anstecken, könnten Geimpfte damit unter Delta also ähnlich ansteckend wie Nichtgeimpfte sein.

„Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist immer noch geringer, wenn Sie zwei Dosen erhalten haben. Aber wenn Sie es tun, haben Sie eine ähnliche Viruskonzentration wie jemand, der überhaupt nicht geimpft wurde“, sagte Sarah Walker, Professorin für medizinische Statistik und Epidemiologie an der Universität Oxford, die die Studie leitete. Bei der Alpha-Variante sei die Viruslast bei Menschen, die sich trotz einer Impfung infizierten, noch deutlich niedriger gewesen. „Die Tatsache, dass wir eine höhere Viruslast sehen, deutet darauf hin, dass Herdenimmunität tatsächlich schwieriger werden könnte“, sagte der Wissenschaftler Koen Pouwels von der Universität. „Impfstoffe sind wahrscheinlich am besten geeignet, schwere Krankheiten zu vermeiden und etwas weniger, um die Übertragung zu verhindern.“

Studie noch nicht von unabhängigen Experten geprüft

Für die Studie, die noch nicht von unabhängigen Experten geprüft wurde, analysierten die Wissenschaftler insgesamt Ergebnisse von mehr als drei Millionen Nasen- und Rachenabstrichen bei Erwachsenen in Großbritannien. Um die Zeiträume vor und nach der Verbreitung von Delta zu vergleichen, analysierten die Forscher etwa 2,58 Millionen Abstriche von rund 380.000 Erwachsenen zwischen Anfang Dezember und Mitte Mai sowie 810.000 Testergebnisse von 360.000 Teilnehmern zwischen Mitte Mai und Anfang August.

Die Wissenschaftler kamen auch zu dem Ergebnis, dass der Schutz vor einer Infektion 90 Tage nach der zweiten Impfung mit Biontech/Pfizer bei 75 Prozent und bei AstraZeneca bei 61 Prozent lag. Zwei Wochen nach der zweiten Dosis habe dieser noch bei 85 Prozent beziehungsweise 68 Prozent gelegen. „Diese Daten sagen uns aber nichts über das Schutzniveau gegen schwere Krankheiten und Krankenhausaufenthalte, zwei sehr wichtige Faktoren, wenn man die Wirksamkeit der Impfstoffe betrachtet“, gab Pouwels zu Bedenken. Die Forscher gaben keine Prognose darüber ab, um wie viel der Schutz im Laufe der Zeit noch abnehmen könnte, legten jedoch nahe, dass die Wirksamkeit beider Impfstoffe vier bis fünf Monaten nach der zweiten Impfung ähnlich sein dürfte.

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