Stürmer des VfB Stuttgart Serhou Guirassy verabschiedet sich – in die Pause oder für immer?

Ein starkes Duo – auch im neuen Jahr? VfB-Stürmer Serhou Guirassy (li.) und Trainer Sebastian Hoeneß. Foto: dpa/Tom Weller

Serhou Guirassy hat gegen den FC Augsburg sein 17. Saisontor erzielt. War es das letzte für den VfB Stuttgart? Der Stürmer könnte im Winter wechseln, doch spricht auch viel für einen Verbleib. Was sagen die Verantwortlichen und Kollegen?

Sport: Dirk Preiß (dip)

Er selbst wollte nach getaner Arbeit nicht viel sagen – zumindest nicht in der Öffentlichkeit. „Sorry“, meinte Serhou Guirassy – und verließ die MHP-Arena im Kreis der Kollegen. Von denen sich vermutlich der eine oder andere fragte: Geht er für immer?

 

Tatsächlich könnte der Auftritt des 27-jährigen Stürmers gegen den FC Augsburg (3:0/Liveticker und Statistiken), den er mit Saisontor Nummer 17 gekrönt hat, der letzte gewesen sein im Trikot des VfB Stuttgart. Eine Ausstiegsklausel ermöglichst es dem Nationalspieler Guineas, den Verein in der nun anstehenden Winter-Transferperiode zu verlassen. Zudem für einen vergleichsweise geringen Preis von weniger als 20 Millionen Euro. Ein Szenario, das trotz der Einnahmemöglichkeit niemand beim VfB möchte.

„Hoffentlich wird die Pause für mich überhaupt nicht arbeitsreich“, sagt etwa Fabian Wohlgemuth, der den Vertrag mit Guirassy im Frühsommer direkt vor den Relegationsspielen gegen den Hamburger SV verlängert hatte. „Wir sind“, ergänzt der Sportdirektor, „mit dem Kader, den wir haben, sehr zufrieden.“ Dass der in dieser Saison so außergewöhnlich treffsichere Stürmer innerhalb dieser Gruppe eine besondere Bedeutung hat, „haben wir oft genug betont“.

Sebastian Hoeneß ist optimistisch

Jamie Leweling, der Außenbahnspieler des VfB, „wünscht“ sich, das Guirassy über den Winter hinaus in Stuttgart spielt. Und Deniz Undav hat nach eigenen Angaben schon während der Partie gegen den FCA die Überzeugungsarbeit fortgesetzt. Zum einen durch seine Torvorlage für den Sturmkollegen, mit dem er sich bestens auf und außerhalb des Platzes versteht. Zum anderen in verbaler Form: „Ich habe ihm nach seinem Tor gesagt: Bleib’ einfach hier, du brauchst nicht wechseln.“ Und Waldemar Anton meint: „Serhou weiß, dass ihn jeder sehr gerne hier haben will.“ Ob er nicht ein Wechselverbot ausgesprochen habe, wurde der Kapitän noch gefragt. „Doch“, antwortete der Abwehrspieler. Ob sich Serhou Guirassy daran hält?

„Ich bin optimistisch, dass er auch im neuen Jahr noch bei uns spielt“, sagt der Trainer Sebastian Hoeneß. Trotz der angeblichen Interessenten aus England und Italien. Denn tatsächlich spricht ja auch mindestens so viel für einen Verbleib wie für einen Wechsel.

Wenn der VfB am 2. Januar wieder ins Training, ist Guirassy gar nicht dabei – weil er sich mit dem Nationalteam Guineas auf den Afrika-Cup in der Elfenbeinküste vorbereitet. Der beginnt für Guinea am 15. Januar mit dem Spiel gegen Kamerun. Das letzte Gruppenspiel findet am 23. Januar statt. Das Finale steigt am 11. Februar. Egal, wie weit der VfB-Stürmer mit seinem Team kommt, er wird einige Ligaspiele verpassen – und es ist auch nicht absehbar, in welchem Zustand er zurückkehrt.

Dass sich Guirassy in Stuttgart wohl fühlt, ist vielfach besprochen, zudem kann er eine Entscheidung nicht bis Ende Januar hinauszögern. Die Frist für die Aktivierung der Klausel läuft schon etwa Mitte Januar ab – so hätte der VfB im Zweifel noch Zeit, um sich nach einem möglichen Ersatz umzuschauen. Herrscht also schnell Gewissheit über die Zukunft des diesjährigen Ausnahmestürmers?

Diese Hoffnung hat Fabian Wohlgemuth eher nicht. „Klarheit ist immer gut, aber die haben wir nicht“, sagt der Sportdirektor und meint: „Es ist eine Frage, die offen bleiben wird.“

Weitere Themen