Sturmtief in Fellbach Sabine verpasst dem Wald ein Peeling

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Der Revierleiter Stefan Baranek warnt vor Spaziergängen im hiesigen Forst. Die Feuerwehr hat zwei öffentliche Wege von umgestürzten Bäumen befreien müssen. Viele Schüler sind am Montag sicherheitshalber zu Hause geblieben.

Die Feuerwehr befreite den Radweg nach Stuttgart-Hofen von einem umgestürzten Baum. Foto: Feuerwehr/Alexander Ernst
Die Feuerwehr befreite den Radweg nach Stuttgart-Hofen von einem umgestürzten Baum. Foto: Feuerwehr/Alexander Ernst

Fellbach - Auswirkungen des Sturmtiefs Sabine haben in Fellbach vor allem die Feuerwehr und die örtlichen Schulen zu spüren bekommen. Während die Wehrleute alle Hände voll zu tun hatten, umgestürzte Bäume, Dachziegel und abgebrochene Äste zu entfernen, stand für die Schulen am Wochenanfang zunächst vor allem Krisenmanagement auf dem Stundenplan: Viele Schüler trudelten angesichts der Sturmwarnungen erst verspätet im Laufe des Vormittags ein oder verzichteten ganz auf den Schulbesuch.

Die Einsatzabteilung Oeffingen der Freiwilligen Feuerwehr wurde am Montag gegen 9 Uhr zum ersten Sturmschaden gerufen

Nur geringe Schäden sind bisher vom Forstrevier Fellbach-Kernen bekannt. Der Sturm habe dem Wald lediglich „ein grobes Peeling“ verpasst, erklärte der Revierleiter Stefan Baranek. Von Spaziergängen im Wald rate er trotzdem dringend ab. Die Einsatzabteilung Oeffingen der Freiwilligen Feuerwehr wurde am Montag gegen 9 Uhr zum ersten Sturmschaden gerufen. Ausgerüstet mit Motorsägen und anderem Gerät befreiten die Wehrleute den Neckarradweg in Richtung Stuttgart-Hofen von einem umgestürzten Baum, der die asphaltierte Trasse blockierte. Kurz darauf ging erneut eine Meldung beim Team des leitenden Hauptbrandmeisters Christian Köder von der Feuerwehr Fellbach ein: Am Ortsrand von Oeffingen drohte ein Baum in der von Spaziergängern häufig frequentierten Augsburger Straße auf einen Fußgängerweg zu stürzen. Auch hier mussten die Feuerwehrleute dem Baum mit ihren Sägen zu Leibe rücken. Außerdem verzeichnete die Wehr einen Einsatz an der Wichernschule, wo der Sturm einige Ziegel vom Schuldach geweht hatte. Sicherheitshalber verbrachten die Schüler die Pause daraufhin im Schulgebäude, auch an anderen Schulen wurden die Mädchen und Jungen aufgefordert, besser drinnen zu bleiben.

Die Schule müsse in diesem Fall allerdings informiert werden

Viele Eltern haben ihre Kinder vermutlich aus Sorge angesichts unberechenbarer Gefahren auf dem Weg zur Schule gar nicht erst aus dem Haus geschickt. Fast durchweg sei rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler zuhause geblieben, erklärte der geschäftsführende Schulleiter der Fellbacher Schulen, David Coronel. Schulschließungen, die aus einigen anderen Bundesländern gemeldet wurden, habe es nicht gegeben, da die Eltern einen Rechtsanspruch auf die Betreuung ihrer Kinder hätten.

Der Entscheidung, die Kinder nicht zum Unterricht zu schicken, war eine Erklärung des baden-württembergischen Kultusministeriums am Wochenende vorausgegangen, die auf die Sturmwarnungen für den Wochenbeginn Bezug nahm. Darin stellte das Ministerium klar, Eltern und Erziehungsberechtigte könnten selbst entscheiden, ob der Schulweg am Montag für ihre Kinder zumutbar sei. Sollte das nicht der Fall sein, könnten Eltern ihr Kind vom Unterricht befreien lassen. Die Schule müsse in diesem Fall allerdings informiert werden.

An manchen Schulen, zu denen auch die Auberlen Realschule zählt, wurde die Zeit für Wiederholungsaufgaben genutzt

Diese Aufforderung aus Stuttgart bescherte vielen Schulsekretariaten einen turbulenten Montagvormittag, an dem die Telefonleitungen heiß liefen. Der ungewohnte Ansturm veranlasste beispielsweise den Schulleiter des Friedrich-Schiller-Gymnasiums, Alexander Ackermann, zu der Bitte, die Eltern sollten für die Entschuldigungen an Stelle des Telefonwegs besser das Online-Formular auf der Homepage der Schule verwenden. Im Übrigen gelte die Regelung auch für den Dienstag, an dem sein Team aber eine entspanntere Lage und damit durchgängigeren Unterricht erwarte. Regulären Unterricht genoss am Montag vor allem die Kursstufe, während er für die unteren Klassen bereits nach der fünften Stunde endete. „Der Sturm in den sozialen Netzwerken war größer als draußen“, lautete am Montagmittag die Einschätzung der Fellbacher Schulleiter, die sich am Vormittag telefonisch gegenseitig über den Stand der Dinge unterrichtet hatten.

An manchen Schulen, zu denen auch die Auberlen Realschule zählt, wurde die Zeit für Wiederholungsaufgaben genutzt, andernorts, wie an der Wichernschule, beschränkte sich der Unterricht auf die ersten beiden Schulstunden – danach stand Schulkino auf dem Stundenplan. Die Schülerinnen und Schüler mit Handicap, die auf den Transport zur Schule angewiesen sind, mussten auf diese außerplanmäßige Unterhaltung verzichten – die Fahrdienste haben bis einschließlich Dienstag ihre Arbeit eingestellt.