Stuttgart 21 Bahn: Antragstrasse ist beste Variante

Von Markus Heffner 

Wie sollen die Gleise vom Tiefbahnhof hoch auf die Filder geführt werden? Die Bahn weist die Kritik der Landesregierung an ihrer Planung entschieden zurück und wirft dem Staatsministerium vor, das Planungsverfahren beeinflussen zu wollen.

Bei der Alternativvariante liegt  der Filderbahnhof direkt unter der Flughafenstraße. Wir dokumentieren den Filderdialog in einer Bilderstrecke. Foto: Achim Zweygarth 17 Bilder
Bei der Alternativvariante liegt der Filderbahnhof direkt unter der Flughafenstraße. Wir dokumentieren den Filderdialog in einer Bilderstrecke. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Nach den öffentlichen Äußerungen des Staatsministeriums und des Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne), dass die ursprünglich vorgesehene Trasse der Bahn auf den Fildern womöglich überhaupt nicht genehmigungsfähig sei, wehrt sich die Bauherrin nun energisch gegen diese Einschätzung. Der Zweifel an der Genehmigungsfähigkeit der Trasse sei der erneute Versuch der grünen Mitglieder der Landesregierung, sich über die vom Gesetzgeber vorgesehenen Verfahren zu stellen und öffentlich zu versuchen, die Verfahren in ihrem Sinne zu beeinflussen, so der Stuttgart-21-Sprecher Wolfgang Dietrich. „Der Vorgang ist ungeheuerlich.“

Zum Abschluss der zweitägigen Gespräche des Bahn-Vorstands Volker Kefer mit Vertretern der Projektpartner Anfang vergangener Woche über die Mehrkosten auf den Fildern hatte unter anderem Regierungssprecher Rudi Hoogvliet erklärt, dass es eine „Reihe von Fragen gebe, die besprochen werden müssten“. So müsse geklärt werden, ob die Trasse der Bahn überhaupt genehmigungsfähig sei. „Es gibt Zweifel, dass das der Fall ist.“ Zudem müsse die Bahn eine saubere Kostenkalkulation für ihre Trasse und die verbesserte Variante vorlegen, so Hoogvliet. Es gebe „erhebliche Zweifel“ an der von der Bahn ausgerechneten Kostendifferenz. Zu diesem Ergebnis sind nach einer Überprüfung der Finanzierung zudem auch die Grünen im Regionalparlament gekommen: Sie halten den Abschnitt für überfinanziert (wir berichteten).

Bahn will ihre Trasse verfolgen

In den Gesprächen zwischen Teilen der Landesregierung und der Bahn war es unter anderem um die veranschlagten Mehrkosten von 224 Millionen Euro für den verbesserten Filderbahnhof gegangen. Die Bahn besteht auf einer gesonderten Finanzierungsvereinbarung für die Alternativlösung und fordert die Übernahme der Mehrkosten durch die Projektpartner.

Weitere Gespräche sollen in Kürze in gleicher Runde folgen. Welche Trasse nun auf den Fildern zur Anbindung des Flughafens gebaut wird und wer die Kosten für die Plus-Variante gegebenenfalls übernimmt, soll spätestens bei der nächsten Lenkungskreissitzung der Projektpartner nach Ostern entschieden werden. Der Termin steht noch nicht fest.