Stuttgart 21 Die Gegner zeigen, wie der Umstieg von S 21 ginge

Von D 

Sie bleiben dabei: Stuttgart 21 sei immer noch umkehrbar meinen die S21-Gegner. Jetzt haben sie erneut Pläne für eine Alternative vorgelegt. An diesem Samstag gehen die Gegner zudem auf die Straße und demonstrieren gegen Stuttgart 21.

Die abgerissenen Seitenflügel könnten als Tonnengewölbe wieder erstehen. Foto: Aktionsbündnis
Die abgerissenen Seitenflügel könnten als Tonnengewölbe wieder erstehen. Foto: Aktionsbündnis

Stuttgart - as Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 hat am Freitag im Gewerkschaftshaus seine Alternativen zu dem Bahnprojekt vorgelegt. An diesem Samstag gehen die Gegner auf die Straße. Die Demonstration beginnt um 13.30 Uhr auf dem Schlossplatz.

Der Umstieg ist möglich, bringt für den Bahnverkehr in Stuttgart und der Region sowie für den Städtebau Vorteile, ist schneller zu bewerkstelligen und kostet Milliarden Euro weniger als Stuttgart 21 – Das sind die Botschaften, die Werner Sauerborn, Geschäftsführer des Aktionsbündnisses, Architekt Peter Dübbers, der Architekturhistoriker Norbert Bongartz und der Ingenieur Klaus Gebhard am Freitag vermittelten.

Zusammen mit ehrenamtlichen Fachleuten habe das Bündnis ein Jahr lang „machbare Alternativen, die nicht auf null zurückgehen“, erarbeitet, sagte Sauerborn. Es sei „kein kompletter Gegenentwurf“ – so wird zum Beispiel die Schnellfahrstrecke nach Ulm genutzt –, man verzichte aber auf die teuren S-21-Tunnelstrecken. „Es sind Vorschläge, die nicht in Stein gemeißelt sind“, so der Geschäftsführer.

Baugruben wären dann ein Rad-Parkhaus

Die S-21-Baugruben am Bahnhof nutzen die Gegner für ein Auto- und Rad-Parkhaus, einen Omnibusbahnhof und – im Schlossgarten – für die Wiederherstellung des Landespavillons. Die Seitenflügel des alten Bonatz-Baus würden in moderner Form wieder erstehen, sagte der Bonatz-Enkel Dübbers. Er spannt über die 16 Gleise vier gläserne Tonnengewölbe.

Beim Städtebau warnt das Aktionsbündnis die Stadt davor, die Pläne für ihr Rosensteinviertel auf den alten Gleisanlagen umzusetzen. „Aus Klimagründen sollte die Fläche gar nicht bebaut werden“, sagte Bongartz. Vorgeschlagen wird daher eine große Erweiterung des Rosensteinparks. Wo sich heute die S-21-Baulogistik zwischen dem Pragfriedhof und dem Nordbahnhof ausbreitet, wäre auf 120 000 Quadratmetern allerdings Platz für 1000 Wohneinheiten, die man praktisch sofort verwirklichen könne, so das Bündnis.

Gegner geben Hoffnung nicht auf

Nach dem Bericht des Bundesrechnungshofes, der die Kosten S 21 bei zehn statt 6,5 Milliarden Euro sieht, und der Ankündigung von Bahn-Vorstand Volker Kefer, sein Amt im September 2017 aufzugeben, „kommen unsere Vorschläge gerade zur rechten Zeit“, hofft Bongartz auf eine Verwirklichung der Vorschläge.

Für den Bahnverkehr eröffneten sich mit dem Ende von Stuttgart 21 neue Chancen, sagt Klaus Gebhard. Die Neubaustrecke bei Wendlingen im Kreis Esslingen werde über die bestehende Neckartalbahn erreicht, ein S-Bahn-Lückenschluss im selben Kreis von Filderstadt nach Köngen und Wendlingen biete Fahrgästen aus Ulm auch ohne S 21 eine Fahrzeitverkürzung zum Airport von 98 auf 42 Minuten. In Stuttgart könne die S-Bahn eine zweigleisige Brücke über den Neckar erhalten und im ertüchtigten alten Rosensteintunnel zum Kopfbahnhof geführt werden. So könne sie auch pünktlicher werden.

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