Stuttgart 21 Streit um das Evakuierungskonzept

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Von zentraler Bedeutung für die Sicherheit der Bahnpassagiere sei darüber hinaus, dass die zum Tunnel quer liegenden Fluchtstollen bei den Ausgängen ausreichend groß dimensioniert seien und zudem rauchfrei gehalten werden müssten. Dazu müsse über spezielle Belüftungssysteme zusätzlich Luft in die Stollen geblasen werden, so Knödler.

Außerdem sei es aus Sicht der Branddirektion zwingend erforderlich, dass in den Tunnelröhren selbst eine maschinelle Be- und Entlüftungsanlage installiert werde – allein schon für den Fall, dass die Feuerwehr mit schwerem Gerät in den Tunnel fahren muss. Die Bahn wolle in diesem Punkt ihr bisheriges Konzept aus Kostengründen zurückfahren und stattdessen auf eine sogenannte „natürliche Bewetterung“ vertrauen, also auf eine Belüftungsanlage verzichten. „Wir haben der Bahn dringend nahegelegt, zunächst mit einem Fachgutachten den Nachweis zu erbringen, dass die Methode hier überhaupt funktionieren kann“, so Knödler.

Gemeinsame Suche nach Lösungen

Auf der Dringlichkeitsliste steht zudem das Evakuierungskonzept für den neuen Tiefbahnhof, das der Stuttgarter Feuerwehr bis jetzt nicht vorliegt. Es müsse nachvollziehbar gemacht werden, wie der Bahnhof evakuiert werden kann, wenn etwa ein brennender Zug einfährt, betont Frank Knödler. Höchst kritisch gesehen wird außerdem das Vorhaben, dass unter dem Rosensteinpark entgegen der sonstigen Philosophie der Bahn die beiden Einzelröhren auf dem letzten Kilometer zu einem zweigleisigen Tunnel zusammengeführt werden. „Das halten wir nicht für klug“, betont Knödler.

Zumindest müsse in solch einem Fall eine automatische Abtrennung der Röhren eingebaut werden, um Rauch abzuhalten zu können, was aber nach den neuesten Plänen nicht mehr vorgesehen sei. Grundsätzlich sei man froh, dass nun gemeinsam nach Lösungen gesucht werde, so Knödler. „Wir werden unsere Position aber mit Nachdruck vertreten und uns auf keine riskanten Kompromisse einlassen.“

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