Stuttgart-Bad Cannstatt „Ich bin gern kreativ“

Von Elke Hauptmann 

Auf der Bundesgartenschau in Heilbronn präsentieren Friedhofsgärtner aus ganz Deutschland fantasievoll gestaltete Gräber. Bei der Leistungsschau der Branche holte der Cannstatter Florian Strauss mehrere Goldmedaillen.

Florian Strauss an einem seiner prämierten Mustergrabstellen. Foto: z
Florian Strauss an einem seiner prämierten Mustergrabstellen. Foto: z

Bad Cannstatt - Auf der Bundesgartenschau (Buga) in Heilbronn geht es nicht nur um üppig blühende Gärten und schöne Parklandschaften. Einer der am meisten aufgesuchten Orte ist der Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“. Der Friedhof mit 63 fantasievoll angelegten Mustergrabstellen stößt auf großes Besucherinteresse. Hier präsentieren Friedhofsgärtner aus ganz Deutschland ihr Können. Unter ihnen ist auch der Cannstatter Florian Strauss. Für ihn ist seine allerste Teilnahme an einer Bundesgartenschau äußerst erfolgreich verlaufen: Insgesamt sechs Goldmedaillen, weitere drei Große Goldmedaillen und den Ehrenpreis der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachsen/Sachsen-Anhalt für „eine gelungene Zusammenstellung des Wechselbeetes für das große Wahlgrab“ heimste der 31-Jährige bei der Leistungsschau der Branche ein.

Hohe Anforderungen

Für den Wettbewerb wurden im Sommer vergangenen Jahres den Friedhofsgärtnern die Denkmale und Standorte auf dem Buga-Gelände zugelost, auf die sie dann gestalterisch reagieren mussten. Die Anforderungen waren hoch: Sonne und Schatten galt es ebenso zu berücksichtigen wie das Wechselspiel zwischen Grabstein und Pflanzen, auch Höhen und Proportionen mussten stimmen. Einbeziehen sollten sie ebenso das saisonale Angebot und die Symbolik bestimmter Pflanzen. Es gab insgesamt drei Bewertungsrunden: eine nach der ersten Bepflanzung, eine nach der Sommer- und eine nach der Herbstbepflanzung. Die Jury achtete dabei unter anderem auf die sachgerechte Verwendung aller Pflanzen und deren Dauerhaftigkeit.

Bei der Kombination der Farben war erlaubt, was gefällt – und das kam Florian Strauss zugute. „Ich bin gern kreativ. Ich mag es bunt gemischt und üppig.“ Bei der Gestaltung seiner Wettbewerbsgräber zeigte er viel Liebe zum Detail und eine unkonventionelle Zusammenstellung verschiedener Pflanzen. „Der Wettbewerb bietet ja auch die Chance, mal etwas anderes zu probieren.“ Die Jury überzeugte er mit seinen Ideen: Für die Sommer- und Herbstgestaltung eines Urnenwahlgrabes sowie für die Frühjahrsgestaltung einer Doppelgrabstelle erhielt er jeweils Höchstnoten. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, räumt der Cannstatter Friedhofsgärtnermeister ein. „Mit den Großen Goldmedaillen werden nur die besten Arbeiten einer jeden Kategorie ausgezeichnet, das ist etwas Besonderes“, sagt er voller Stolz.

1000 Pflegegräber

Florian Strauss ist vor gut fünf Jahren in den elterlichen Floristikbetrieb Exner Bohnert in der Steinhaldenstraße 57 eingestiegen. Seit einem Jahr ist er Mitinhaber und führt das am Hauptfriedhof gelegene Unternehmen zusammen mit seiner Mutter Martina. „Die Grabgestaltung und die Grabpflege gehören zu unseren Hauptaufgaben“, sagt der Juniorchef. Um rund 1000 Pflegegräber auf mehreren Stuttgarter Friedhöfen kümmert sich der Betrieb. „Diese werden in den nächsten Tagen abgeräumt, danach beginnen wir mit der Herbstbepflanzung“, kündigt Florian Strauss an. „Dabei kommt sicher auch die eine oder andere Pflanzenkombination zum Einsatz, die ich in Heilbronn gezeigt habe.“ Der Experte stellt fest: „Der Trend geht zu ausgefalleneren Gräbern.“

Zu den erfolgreichen Teilnehmern des friedhofsgärtnerischen Wettbewerbes auf der Buga in Heilbronn gehört auch das Blumenhaus Ellinger aus Untertürkheim, das mit vier Goldmedaillen und dem Ehrenpreis der Rheinischen Treuhand für ein Wechselbeet in einer besonderen Pflanzenkombination ausgezeichnet wurde.

Wer die Wettbewerbsarbeiten auf der Bundesgartenschau sehen möchte, sollte sich sputen: Die Ausstellung endet am Sonntag, 6. Oktober.

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