Stuttgart-Obertürkheim Büros, Läden und Wohnungen geplant

Von Elke Hauptmann 

Die Firma Aurelis hat die bislang von der Schwertransportfirma Paule gepachteten Flächen am Obertürkheimer Bahnhof gekauft und will sie neu entwickeln. Angestrebt wird ein Mix aus Wohnen und Arbeiten.

Das Gebäude, bislang von der Firma Paule genutzt, soll nach der endgültigen Unternehmensverlagerung abgerissen werden. Foto: Steegmüller
Das Gebäude, bislang von der Firma Paule genutzt, soll nach der endgültigen Unternehmensverlagerung abgerissen werden. Foto: Steegmüller

Obertürkheim - Jahrzehntelang hatte die auf Schwertransporte spezialisierte Firma Hermann Paule ein großes Grundstück am Obertürkheimer Bahnhof gepachtet. Doch Ende vergangenen Jahres wurde der Vertrag gekündigt und das Flurstück Nummer 2000/19 an einen Investor verkauft – an die Aurelis Real Estate, die im Stadtbezirk schon einige Gewerbeimmobilien in der Augsburger Straße besitzt.

Paule musste seinen Standort räumen. Einige der alten Hallen wurden in den vergangenen Wochen schon entfernt. Auch der Abriss des kleinen Bürogebäudes scheint beschlossene Sache: „Das Gebäude mit der Adresse Bahnhof 5 ist kein Kulturdenkmal“, betont Oberbürgermeister Fritz Kuhn in einer Antwort auf die Anfrage der Freien Wähler im Stuttgarter Gemeinderat. Der Ensembleschutz greift demnach nicht: Eine „Sachgesamtheit“ mit dem benachbarten Bahnhof und dem Postgebäude – beide Anfang des 20. Jahrhunderts nach Entwürfen von Architekt Martin Mayer errichtet – bestehe nicht. Ob das Gebäude entstehungsgeschichtlich mit einem der beiden denkmalgeschützten Bauwerke zusammenhänge, sei nicht bekannt, so Kuhn. Nach Angaben von Aurelis handelt es sich um das alte Verwaltungsgebäude des ehemaligen Güterbahnhofs Obertürkheim.

Gespräche zwischen Eigentümer und Stadt

Doch was passiert nun mit dem Areal? Es soll neu entwickelt werden, teilt Kuhn mit. Grobe Pläne für die künftige Nutzung gibt es bereits, berichtet der OB über Gespräche zwischen dem Immobilienentwickler aus Eschborn und der Stadtverwaltung. So werde darüber nachgedacht, die gesamte Fläche in drei Teile aufzuteilen. „Es ist geplant, den nördlichen Teil, der direkt an den Bahnhof anschließt, einer höheren Nutzung zuzuführen. Idealerweise sollte eine Mischung aus Gewerbe, Büros, Einzelhandel und Wohnen entstehen“, meint der OB. Um diese Pläne umsetzen zu können, werde ein Bebauungsplanverfahren notwendig. Als Grundlage für die Bebauung solle ein Gutachterwettbewerb dienen. Laut Kuhn plant Aurelis, die baureifen Flächen an einen Gewerbe- und Wohnbauentwickler zu verkaufen. Für den südlichen Teil des Areals bestehe ein Kaufinteresse des Nachbarn. „Eine Bauentwicklung ist hier zurzeit nicht vorgesehen.“ Lediglich den mittleren Teil des Grundstücks wolle Aurelis behalten und dort eine Logistiklagerhalle mit Stellplätzen bauen – was auf Grundlage des derzeitigen Planrechts genehmigt werden könnte, erklärt Kuhn.

Der Bezirksbeirat Obertürkheim und der Gemeinderat seien über diese möglichen Entwicklungen noch nicht informiert, räumt der Oberbürgermeister ein und kündigt zugleich an: „Dies soll im zweiten Quartal des Jahres erfolgen.“

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