Stuttgart-Ost Zauberei und Spiele statt Bollerwagen und Bier

Von Ralf Recklies 

Am Vatertag bot der Verein Väteraufbruch beim Spielhaus im Schlossgarten vielen Familien Abwechslung.

Der Zauberer Werner Wurst zeigte magische Kunststücke beim Spielhaus. Foto: Ralf Recklies
Der Zauberer Werner Wurst zeigte magische Kunststücke beim Spielhaus. Foto: Ralf Recklies

S-Ost - Wenn die Tomatenprinzessin Heike von der bösen Hexe in Curryketchup verwandelt wird, die Hexe in Folge ihrer Karamell-Allergie zum Gummi-Hamburger wird und der Seppel am Ende mit der Hilfe von Kasper und zahlreichen Kindern den Curryketchup in die liebreizende Prinzessin zurückverwandelt, dann ist Prof. Pröptls Puppentheater im Einsatz. Beim 28. Papi-Palu-Kinderfest im Unteren Schlossgarten hat Gregor Oehmann aus Backnang mit seinen Handpuppen am Vatertag wieder für viel Wirbel gesorgt – und für Spaß bei Groß und Klein. Doch nicht nur der Oehmann, Kasper und Co. sorgten dafür, dass es Kindern und Eltern beim Spielhaus nicht langweilig wurde, während Vätergruppen andernorts durch die Lande zogen. Der Zauberer Werner Wurst und Joachim Herzel, der eine Vielzahl von Seifenblasen kreierte, entlockten den Kindern ebenfalls Lacher, Ohs und Ahs sowie viel Beifall.

Weniger Besucher als in den Vorjahren

Obwohl in der Folge der Wettervorhersage – es waren Gewitter und Regen für den Donnerstag angekündigt – weniger Besucher als in den Vorjahren zum Kinderfest gekommen, sind die Organisatoren mit dem Verlauf des Väteraufbruch-Aktionstags doch zufrieden. Rund 20 der aktuell knapp 100 Mitglieder sorgten dafür, dass es vor dem Spielhaus für alle Interessierten vielfältige Informationen zum Verein und dessen Aktivitäten gab, während auf den Grünflächen rund um das Haus viele Spiel- und Spaßaktionen sowie verschiedene Leckereien geboten waren.

„Wir bieten mit dem Papi-Palu-Kinderfest am Vatertag ganz bewusst ein Alternativangebot zu Bollerwagen und Bier“, erklärt Peter Walcher vom Verein Väteraufbruch für Kinder. Dieser setzt sich dafür ein, dass Kinder von Eltern, die sich getrennt haben, nicht durch die Trennung ins Hintertreffen geraten. Vor allem für das sogenannte Wechselmodell oder die Doppelresidenz engagiert sich der Verein „und wir erfahren dabei vor allem von Frauen viel Unterstützung“, sagt Walcher. Kinder leben dann je nach Alter tage- beziehungsweise wochenweise im Wechsel bei der Mutter und dem Vater. Das bringe allen Beteiligten mehr Freiheiten und eine Angleichung der Arbeitsbelastung aber auch die Möglichkeit, das Miteinander stärker zu pflegen als bei eingeschränkten Besuchszeiten, die ein Elternteil eingeräumt würden, wenn ein anderes das Sorgerecht hat.

Es fehlt der Nachwuchs

Was die Verantwortlichen des Vereins Väteraufbruch freut: Neben Trennungseltern mit Kindern kämen auch viele intakte Familien zum Fest. Man wolle schließlich offen für alle sein. Eine Sorge plagt den Verein trotzdem: Es fehlt der Nachwuchs. „Wir brauchen mehr junge Leute, die sich engagieren“, sagt Peter Walcher.

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