Stuttgart-Süd Baumfällung Umstrittener Kahlschlag

Von Martin Haar 

Anwohnern und Passanten an der Pelargusstraße 2 blutet das Herz, als sie an den Resten des einstmals stolzen Baumes vorbeigehen. Wo gestern noch der stattliche Blauglockenbaum stand, liegt heute Brennholz. Anwohner empfinden das als Skandal.

Die Reste des Foto: Haar
Die Reste des Foto: Haar

Stuttgart - Anwohnern und Passanten an der Pelargusstraße 2 blutet das Herz, als sie an den Resten des einstmals stolzen Baumes vorbeigehen. Wo gestern noch der stattliche Blauglockenbaum stand, liegt heute Brennholz. Anwohner empfinden das als Skandal.

Denn die Hausverwaltung hat die Mieter mit einem Aushang an der Haustür erst am 25. Februar informiert. Zu spät, um rechtlich reagieren zu können, meinen Anwohner. In dem Schreiben begründet der Hausverwalter Saßenberg Real Estate (SRE) die Fällung damit, dass der Baum inzwischen „zu groß“ geworden sei. Nun beschädige das Wurzelwerk den Gehweg und es bestehe „Gefahr für die Leitungen, der städtischen Straßenbeleuchtung“. Daher habe sich die SRE „schweren Herzens dazu durchringen müssen, den Baum mit Genehmigung der Stadt Stuttgart entfernen zu lassen“.

Fällung rechtswidrig?

Der Anwalt Alexis Gossweiler, der ebenfalls an der Pelargusstraße wohnt, sieht den ganzen Vorgang kritisch: „Der Baum stellt bei normaler Pflege keine Gefahr für Personen und das Umfeld dar. Die Baumschutzsatzung schützt diese Bäume als Landschaftsbestandteil.“ Zudem zweifelt er daran, dass die Hausverwaltung im Sinne des Gesetzes gehandelt hat: „Ich gehe von der Rechtswidrigkeit der Baumfällarbeiten aus.“ Daher verlangt er von der Stadtverwaltung Antworten auf folgende Fragen: „Gab es in diesem Fall eine Einzelprüfung? Hat das Liegenschaftsamt beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt die zwingend vorgeschriebene Genehmigung beantragt? Wurde ein Gutachten über diesen Baum erstellt?“

Für alle Anwohner im Süden steht indes fest: Der Baum war von ökologischem Wert und hatte – gerade in einer Stadt wie Stuttgart – eine herausragende Bedeutung für die Luftqualität. Nicht zuletzt deshalb sind alle auf die Antworten der Stadtverwaltung gespannt, die sich im Laufe dieser Woche erklären will.

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