Stuttgart-Weilimdorf Stadtteilbibliothek erhöht Säumnisgebühren

Von Georg Linsenmann 

Stark nachgefragte Leseförderung für den Nachwuchs prägt die Arbeit der Stadtteilbibliothek Stuttgart-Weilimdorf.

Bücherei-Leiterin Astrid Sundermann (links) und ihre Stellvertreterin Annette Ritterbusch haben ein Fazit abgegeben. Foto: Georg Linsenmann
Bücherei-Leiterin Astrid Sundermann (links) und ihre Stellvertreterin Annette Ritterbusch haben ein Fazit abgegeben. Foto: Georg Linsenmann

Weilimdorf - Nachdem die Stadtteilbibliothek mit ihrer Beteiligung am Stadtfest eine Duftmarke gesetzt und dabei auch ein wenig die 60 Jahre ihres Bestehens gefeiert hatte, stand nun nach längerer Zeit ein Situationsbericht auf der Tagesordnung des Bezirksbeirates. Allzu gerne hätte die Büchereileiterin Astrid Sundermann dabei endlich mal präzise Besucherzahlen vorgelegt. Dafür fehlt allerdings noch immer das automatische Zählsystem am Eingang.

Dass die hiesige Dependance der Stadtbibliothek ein stark nachgefragter „Kulturort“ ist, wie Sundermann die Bücherei nannte, das konnte sie mit anderen Zahlen unterlegen: Die 46 000 Medien vor Ort, davon 20 000 in der Kinderabteilung, erfuhren im vergangenen Jahr insgesamt 267 000 Ausleihen, wobei fast exakt die Hälfte vom Lesenachwuchs stammten. Wie stark dieser Bereich die Arbeit des Bücherei-Teams prägt, das zeigten auch andere Zahlen: Von den 193 Veranstaltungen in der Bücherei waren 163 für Kinder mit insgesamt 3900 Teilnehmern. Dahinter steckt nicht zuletzt „die ganz große Nachfrage der Kitas“, wie die für die Kinderabteilung zuständige stellvertretende Büchereileiterin Annette Ritterbusch erläuterte.

Angebote für die „Windelflitzer“

Inzwischen gibt es in der Stadtteilbibliothek auch Angebote für Kinder unter drei Jahren: für die „Windelflitzer“ etwa mit Fingerspielen und Lieder-Singen. Oder mit Bilderbuch-Shows für Kita-Kinder, wo das visuelle Moment und das Erlebnis die ersten Kontakte mit dem Medium Buch bestimmen. Grundschulkindern werden etwa Rallyes und Schatzsuchen zum Kennenlernen der Bücherei angeboten, aber auch Einführungen ins Leseförderprogramm Antolin oder dazu, wie man für die Schule eine Präsentation erarbeitet. Begegnungen mit Autoren und Illustratoren sowie Kindertheater runden das Angebot ab. Für Jugendliche, so Sundermann, werde dann „Medienbildung wichtig“. So kann man vor Ort einen „Internet-Führerschein“ machen oder am „Safer Internet Day“ teilnehmen, der in Kooperation mit der Polizei veranstaltet wird: „Wir versuchen, alle Altersgruppen einzubinden“, betonte sie.

Selbst ein wenig erstaunt zeigte sich die Bücherei-Chefin darüber, „dass die zehn Computer-Arbeitsplätze und vier Laptops immer noch gut genutzt werden, obwohl „heutzutage doch die meisten ein Smartphone haben“. Attraktiv ist aber auch das Lesecafé in der Bücherei, das ebenso als „Möglichkeit zum Rückzug, zum Lesen von Zeitungen und Zeitschriften“ diene wie als „ein Ort der Kommunikation und des Austausches“, was nicht zuletzt „viele Mütter“ nutzen würden. Manchmal sei es aber auch „ein Balanceakt, auf alle unterschiedlichen Bedürfnisse einzugehen“.

Neues elektronische Bibliothekssystem

Sundermann stellte auch das neue elektronische Bibliothekssystem vor, das „für uns und für die Nutzerinnen und Nutzer einige Veränderungen gebracht hat“. Zu den neuen Leistungen zählte sie den „automatischen Erinnerungsservice“ für das pünktliche Abgeben ausgeliehener Medien. Ein nützlicher Hinweis, denn mit dem neuen Jahr wurden die Säumnisgebühren erhöht, was Sundermann verteidigte: „Erhöht wurden nur Gebühren, die Nutzer selbst in der Hand haben. Die Jahresgebühr in Höhe von 20 Euro ist gleichgeblieben“, betonte sie. Für das neue Jahr hofft sie auf das zugesagte automatische Zählsystem – und darauf, dass die Elektroinstallation endlich saniert wird: „Seit zwei Jahren fliegen bei uns regelmäßig die Sicherungen raus, was den Betrieb empfindlich stört“, sagte sie. Vom Gremium gab es viel Anerkennung und Lob für das Engagement und die Arbeit des Teams.

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