Fußball-Bezirkspokal Stuttgart: Männer-Finale Buxmann lässt Heimcoup-Träume platzen

Am Ende großer Jubel: die Männer des SC Stammheim und die Frauen der Sportvg Feuerbach feiern den Pokalsieg. Foto: Günter Bergmann

Ein Treffer seines scheidenden Torjägers reicht dem SC Stammheim, um zum zweiten Mal den Bezirkspokal zu gewinnen. Für den Gegner TSV Musberg wiederholt sich in seinem „Finale dahoam“ eine Enttäuschung.

Lokalsport: Patrick Steinle (pst)

Direkt nach dem Schlusspfiff stürmten alle Ersatzspieler sowie zahlreiche Fans des SC Stammheim auf das Spielfeld und bildeten eine Jubeltraube. Fackeln und Leuchtfeuer flammten auf, Rauschwaden waberten durch das Stadion. Die Feier der Gäste nahm ihren Lauf. Mit einem 1:0-Finalsieg gegen den TSV Musberg haben die Nord-Stuttgarter am Donnerstagabend zum zweiten Mal nach 2019 den Fußball-Bezirkspokal gewonnen. Der Trainer Erhan Atici verspürt „viel Erleichterung und viel Freude, vor allem für das Team. Die Jungs haben Unglaubliches geleistet“. Erst Anfang dieses Monats übernahm der Coach im Emerholz, schon ist der erste Titel perfekt. „Mit dieser Mannschaft kann ich eigentlich nicht viel falsch machen“, sagt Atici, dessen Aufgebot als Bezirksliga-Zweiter nun auch noch auf den Aufstieg hoffen darf.

 

Entscheidend war der Treffer des scheidenden Torjägers Rudolf Buxmann (wie berichtet zum TSV Heimerdingen) in der 11. Spielminute. Nach einem weit geschlagenen Ball aus der Abwehrreihe von Tobias Oesterwinter war Buxmann zur Stelle und köpfte über den Musberger Torhüter Simon Hochschein, der etwas zu weit vor seinem Gehäuse stand, ins Netz. Schlechter machten es Buxmanns Teamkollegen: Tom Schneider setzte einen Freistoß knapp am Tor vorbei, einen Schuss von Noah Lindhorst parierte Hochschein, indem er stark aus seinem Tor herauskam, und in der Endphase schoss Valmir Syla über den Kasten – das 2:0 für die Stammheimer sollte nicht fallen.

Stammheim mehr als eine Halbzeit in Unterzahl

Ansonsten konzentrierte sich der spätere Sieger nach der Pause aufs Verteidigen. Der Grund: Von der 42. Minute an spielte er in Unterzahl. Vojislav Jovanovic sah für zwei Fouls innerhalb kurzer Zeit jeweils Gelb. Heißt: in der Summe Rot. „Damit hat sich die Lage komplett verändert“, sagt Atici. „Einer kann immer mal reinrutschen, aber wir haben leidenschaftlich verteidigt und die ganz große Torchance nicht zugelassen.“ Zuletzt habe sein Team „gekratzt, gebissen und den Pokal nach Stammheim geholt“.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der TSV Musberg in seinem „Finale dahoam“ nicht viel entgegenzusetzen hatte. Die größte Ausgleichsmöglichkeit hatte Benjamin Lieber, der von Julien Kappeler schön bedient wurde, dann aber am Stammheimer Keeper Steffen Scheck scheiterte. Hinzu kamen ein Kopfball neben das Tor von Nick Uhlmann sowie ein zu hastiger Abschlussversuch aus 20 Metern von Lukas Zug. Viel mehr war es dann auch nicht.

„Wir haben es probiert, aber nicht den richtigen Punch hingekriegt“, sagt der Musberger Trainer Valentin Haug. Seine Elf habe es zuletzt versäumt, „die Bälle, die wir auf den Flügeln hatten auch in die Box reinzubringen“. Im anderen Fall, so seine Einschätzung, „hätte der Baum lichterloh gebrannt“. Bitter und sehr enttäuschend sei die Finalniederlage, zumal es die zweite in Folge und zudem dieses Mal auf dem heimischen Rasen war. Vor Jahresfrist hatten die Musberger in Plattenhardt gegen die Sportvg Feuerbach mit 0:3 verloren.

Tanzeinlage, lautstarke Fans und Pyrotechnik

Aktuell war nun eigentlich alles angerichtet. Eine Tanzdarbietung als Halbzeitshow, die Fans trommelten und sangen lautstark, dazu Pyrotechnik beider Fanlager. Immerhin, so Haug: „Wir können mit erhobenem Haupt den Platz verlassen, können stolz auf diese Pokalrunde sein.“ Nun bleibt als Aufgabe, in der Liga die noch zum Klassenverbleib nötigen Punkte zu holen. Nächster Gegner sind an diesem Sonntag auswärts, Zufall des Spielplans, erneut die Stammheimer.

Jene durften schließlich auf dem Balkon der neuen Musberger Halle den silbernen Pokal entgegennehmen – überreicht von Leinfelden-Echterdingens Oberbürgermeister Roland Klenk und Michael Spörer, dem Vorsitzenden des Fußballbezirks Stuttgart. Letzterer spricht von einem „super Finaltag“, welchen insgesamt etwa 2000 Menschen besuchten. SC Stammheim: Scheck – Kevin Hachenbruch, Vojislav Jovanovic, Oesterwinter, Syla – Buxmann (90.+2 Misiani), Christian Schwalb (87. Marko Jovanovic), Beck, Carvalho Loureiro (60. Gürol) – Schneider, Marco Schwalb (64. Lindhorst). TSV Musberg: Hochschein – Lieber, Gückel, Zschorsch (77. Grivas), Wiederoder (69. Rath), Minhas – Simon, Uhlmann (49. Kappeler), Seyfarth (60. Pinheiro Martins) – Lukas Zug, Zirfaß.

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