Stuttgarter des Jahres Von jung bis alt: zehn Gewinner, zehn Geschichten

Verdiente Stuttgarter Bürger werden mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth 11 Bilder
Verdiente Stuttgarter Bürger werden mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Zehn Menschen hat die Jury der Aktion „Stuttgarter des Jahres“ ausgewählt. Ihnen gemeinsam ist, dass sie sich ehrenamtlich um das Wohl der Bürger bemühen.

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Stuttgart - Zehn Gewinner, zehn Preise, zehn Geschichten. Die Stuttgarter Zeitung wird die Preisträger zum Stuttgarter des Jahres in den nächsten Wochen ausführlich vorstellen.

Seit 15 Jahren versorgt Peter Schad fast täglich abends bedürftige Familien mit Brot und Brezeln, die er zuvor bei Bäckereien abgeholt hat. Die Bäcker überlassen dem 48-Jährigen nach Ladenschluss die übrig gebliebenen Produkte. Noch nie hat der Schreiner sich auch nur einen Tag von seinem Ehrenamt freigenommen.

 

Lotti und Enrico Giacomini kümmern sich seit Jahren um die Bewohner des Generationenzentrums Kornhasen in Wangen. Das Ehepaar um die 70 kommt zum Spielen (meist Rommé oder Mensch-ärgere-dich-nicht), macht Ausflüge mit den Bewohnern und singt mit ihnen. Aber das Wichtigste: sie hören den Menschen zu. Das Schwierigste an ihrer Arbeit ist, so finden die beiden, der Verlust guter Freunde, die sie über die Jahre gefunden haben.

 

Seit 30 Jahren lebt Jama Maqsudi (63) in Stuttgart. Fast genauso lang engagiert er sich für Flüchtlinge. Sein Mut gegenüber der Politik, sein Durchhaltevermögen und sein Erfindergeist bei einem Afghanistan-Projekt machen den gebürtigen Afghanen und bekennenden Schwaben zu einem Stuttgarter des Jahres.

 

Seit seiner Pensionierung als Lehrer engagiert sich Alfred Weckherlin bei der Bahnhofsmission im Hauptbahnhof. Ohne Berührungsängste springt der 67-Jährige spontan ein, wenn Not am Mann ist. Er hilft ausländischen Bürgern, das richtige Gleis zu finden; manche Menschen kommen auch nur für eine Tasse Tee in den blauen Container am Bahnsteig 16. Alfred Weckherlin will – so sagt er – etwas zurückgeben. Er ist dankbar, einen sicheren Beruf gehabt und heute ein gutes Auskommen zu haben.

 

Seit fast zwanzig Jahren betreut Barbara Hürttle Prostituierte im Café la Strada. Die 63-Jährige hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Café ein Rückzugsort für die Frauen im Leonhardsviertel geworden ist und auch bleibt. Regelmäßig übernimmt sie Theken- und Küchendienste. Seit Jahren organisiert sie eine Weihnachtsfeier im Café und kümmert sich auch um Geschenke für die Prostituierten und Stricher.

 

Seit vielen Jahren engagiert sich Gudrun Nitsch für die Integration von Flüchtlingen in Vaihingen. Als 1989 die erste Unterkunft eröffnet wurde, gründete die 71-Jährige den ersten Helferkreis. Als 2013 wieder eine große Unterkunft eröffnet wurde, war Gudrun Nitsch sofort zur Stelle. Sie organisiert zum Beispiel Kennenlern-Veranstaltungen mit den Nachbarn vor Ort.

 

Radoslaw Pallarz (41) organisiert in seiner Freizeit Kinderkonzerte im Olgahospital. Dabei können schwer kranke Kinder, deren Familien sowie gesunde Kinder und alle Interessierten den Musikern zuhören. Der Pflegedienstleiter hat Künstler, Orchester und Chöre bewegt, unentgeltlich im Olgäle aufzutreten.

 

Vanessa Fritz (22) ist Botschafterin für die Aktion „Mitmachen Ehrensache – Jugendliche jobben für einen guten Zweck“. Bei dieser Aktion suchen sich Jugendliche einen Arbeitgeber und arbeiten einen Tag lang unentgeltlich. Das Geld spenden sie für regionale Projekte, die von den Jugendlichen mitbestimmt werden.

 

Vor sechs Jahren hat Doris Kretzschmar (52) die Unified Basketball-Mannschaft TV 89 Zuffenhausen ins Leben gerufen. Dort spielen Sportler mit und ohne Behinderung zusammen Basketball. 2012 hat das Team bei den Special Olympic National Games in München den ersten Platz gewonnen. Dieses Jahr findet das Turnier in den USA statt – und die Stuttgarter sind mit dabei.

 

Seit mehr als 40 Jahren arbeitet Sieglinde Brändle ehrenamtlich im Degerlocher Waldheim. Mit mittlerweile mehr als 80 Jahren steht sie im Sommer in der Küche und bereitet das Essen für mehrere Hundert Kinder zu. Für die kleinen und großen Sorgen ihrer Schützlinge hat sie immer ein offenes Ohr. Damit nicht genug: Sieglinde Brändle macht Sitzwache und begleitet Sterbende in Heimen oder Kliniken.




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