Familientag auf dem Cannstatter Volksfest Acht Überlebenstipps für Eltern

Wasenglück: Im Kettenkarussell über das Cannstatter Volksfest fliegen. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Kinder lieben das Volksfest. Wann wird es für Familien am günstigsten, wie vermeidet man den Zuckerschock und was, wenn das Kind im Wasengetümmel verloren geht? Acht Tipps für Eltern.

Freizeit und Unterhaltung: Theresa Schäfer (the)

Während manche Eltern eher in die Fraktion Wasen-Muffel gehören, sind die meisten Kinder ganz heiß auf einen Volksfest-Besuch. Schon Tage vorher sinnieren sie darüber, ob sie ihr Taschengeld in Zuckerwatte, gebrannte Mandeln oder ein Lebkuchenherz investieren und ob sie sich diesmal trauen, in die Achterbahn zu steigen.

 

Wie so ein Wasentag für Kinder und Eltern schön wird – wir haben Tipps gesammelt.

Wann ist ein Wasenbesuch für Familien am günstigsten?

Eine Tüte gebrannte Mandeln, einmal Boxauto fahren und einmal im Kettenkarussell über den Cannstatter Wasen schweben – schon ist man eine Stange Geld los. Am günstigsten kommen Familien immer mittwochs weg, dann ist Familientag. „Immer mittwochs bieten Schausteller, Wirte und Marktkaufleute ganztägig ermäßigte Preise auf viele ihrer Attraktionen an“, sagt Fabian Metzger, Pressereferent bei der in.Stuttgart, der Veranstaltungsgesellschaft, die fürs Volksfest verantwortlich zeichnet. „Von günstiger Zuckerwatte über Kindermenüs bis hin zu reduzierten Karussellfahrten finden sich viele verschiedene Angebote.“ Mittwochs sind auf dem Wasen auch Clowns unterwegs, es gibt verschiedene Mitmachaktionen und die Kleinen können dem „Wasenhasi“ die Hand schütteln.

Damit es keine böse Überraschung gibt: Vorher Limit ausmachen

Da noch mal Enten angeln und hier noch mal Magenbrot und da hinten steht das Riesenrad – auf dem Cannstatter Wasen steht eine Verlockung neben der anderen. Damit es keine böse Überraschung im Geldbeutel gibt: Vorab sollten Eltern mit ihren Kindern ein Limit ausmachen, rät Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE). Entweder man verabrede vorher, wie viele Fahrten mit Fahrgeschäften drin sind: „Du darfst insgesamt x-mal fahren.“ Das empfiehlt sich laut dem Erziehungsexperten vor allem bei kleineren Kindern. „Bei den etwas Größeren ist vielleicht ein Geldbetrag geeigneter, denn es gibt ja auch Fahrgeschäfte, die richtig teuer sind – da kann viermal fahren ganz schön ins Geld gehen.“ Auf jeden Fall ist es hilfreich, das Limit zu klären, bevor es los geht zum Wasen – und sich dann auch dran zu halten.

Woran erkennen Eltern, welche Fahrgeschäfte ihre Kinder fahren dürfen?

Wer sich schon vorab informieren möchte, wo die Karussells oder Mini-Boxautos stehen, die für Kleine geeignet sind, sollte auf der Homepage des Frühlingsfestes vorbeischauen: Auf der 3D-Wasenkarte kann man sich die Kinderfahrgeschäfte anzeigen lassen. Wer ältere Kinder hat, die es kaum erwarten können, endlich mit der „krassen Achterbahn“ zu fahren, sollte nicht vergessen: für manche Fahrgeschäfte muss man eine gewisse Körpergröße haben. Bei manchen Fahrgeschäften gibt es auch eine Altersbeschränkung. Die Betreiber schreiben solche Hinweise meistens groß ans Kassenhäuschen.

Dürfen Kinder mit ins Bierzelt?

Ganz generell gilt laut in.Stuttgart: Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen sich nur in den Festzelten aufhalten, wenn ein Erziehungsberechtigter sie begleitet. Ab 20 Uhr ist in den Zelten für Kinder unter sechs Jahren aber Schluss – auch wenn die Eltern mit dabei sind. Und außerhalb der Zelte? Kindern unter 14 Jahren ist ab 20 Uhr der Aufenthalt auf dem Festgelände nur in Begleitung von Erziehungsberechtigten gestattet. Unter 16-Jährige dürfen sich ab 22 Uhr nur noch in Begleitung eines Erziehungsberechtigten auf dem Festgelände aufhalten.

Im Getümmel ist das Kind plötzlich weg – wohin kann man sich wenden?

Seit vielen Jahren kümmern sich die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes um Kinder, die im Wasengetümmel verloren gegangen sind. Die Kindersammelstelle befindet sich in dem weißen DRK-Gebäude in der Nähe der Cannstatter Kanne, in dem sich auch die Polizei und die in.Stuttgart während der Wasenzeit befinden (Telefon: 0711/8496768).

Wo können Eltern zum Wickeln hin?

Wenn die Windel voll ist: Wickelräume gibt es neben vielen der kostenlosen Toiletten.

Wie viel Süßes ist ausnahmsweise okay?

Gebrannte Mandeln, Lebkuchenherzen und natürlich die von Eltern gefürchtete Zuckerwatte – an Süßigkeiten kommen Familien bei einem Wasenbesuch praktisch nicht vorbei. Astrid Donalies von der Deutsche Gesellschaft für Ernährung setzt auf bewussten Genuss von Süßem: „Wenn die Ernährung sonst stimmt, ist auch der Genuss auf der Kirmes ok.“ Eltern sollte klar sein, was ihre Kinder sich bei einem Wasenbesuch an Zucker einverleiben, sagt die Diplom-Ökotrophologin: „Eine Portion Zuckerwatte liefert Kindern – je nach Alter und Geschlecht – schon fast die Hälfte des maximalen empfohlenen (freien) Zuckers.“ Donalies empfiehlt, schon vor dem Wasenbesuch mit seinem Kind zu sprechen und Regeln auszumachen: „Zum Beispiel eine Süßigkeit beim Besuch und eine zum Mitnehmen.“ Oder Eltern verabreden mit ihrem Nachwuchs eine Budgetgrenze: „ Darüber können die Kinder dann verfügen und erfahren gleichzeitig, wie viel etwas kostet.“ Daheim sollte es vorher noch ein ordentliches Mittagessen gegeben haben, rät die Expertin: Dann setzt nicht sofort der Heißhunger ein, wenn die verführerischen Wasendüfte an der Nase vorüberziehen. Und statt eine Sprite oder Fanta zu kaufen, sollte der Durst aus der eigenen Trinkflasche mit Wasser gestillt werden.

Wenn die Geisterbahn Angst macht – was hilft?

Eltern mit jüngeren Kindern dürften es kennen: Manche Kleine fürchten sich beim Anblick einer Geisterbahn sehr. Erziehungsexperte Ritzer-Sachs rät, zügig daran vorbeizugehen, wenn das Kind Angst zeigt. Zu Hause kann man dann in einem ruhigen Moment das Gespräch suchen: „Kannst Du mir beschreiben, was genau dir bei der Geisterbahn Angst macht?“ Manchen Kindern könne es auch helfen, das Gruselige aufzumalen. „Eine andere Idee wäre zu fragen: ‚Was wäre Dein Lieblingsgag, wenn Du Geisterbahnerschreckerin wärst? Mit was würdest Du am liebsten die anderen Menschen erschrecken?’ Auch das kann helfen, dem Ganzen den grusligen, mythischen Touch zu nehmen.“ Beim nächsten Wasenbesuch traut sich das Kind dann vielleicht schon, sich die Geisterbahn mit großem Abstand mal etwas genauer anzuschauen.

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