Die Nobelstraße in Stuttgart-Vahingen ist bekannt als eine der Innovationshochburgen in Stuttgart und Umgebung. Hier ist auch das Start-up Skinmade im Technologiezentrum zuhause. Angefangen hat die Unternehmensgeschichte 2014 mit der Entwicklung der ersten Marke am Fraunhofer-Institut. Über vier Jahre forschten die beiden Gründer Viktor Balzer und Lars Rüther an der Technologie, bevor 2018 die ersten Produkte dann auf den Markt kamen.
“Lars und ich haben uns bei einem EU-Forschungsprojekt in Bilbao kennengelernt - er ist promovierter Molekularbiologe und im Bereich der Dermatologie tätig und ich spezialisiere mich in Produktionstechnik. So hatten wir die perfekte Grundlage, ein personalisiertes Pflegeprodukt zu entwickeln”, erklärt Viktor.
Der 36-Jährige studierte in Magdeburg Wirtschaftsingenieurwesen und promoviert gerade an der Uni Stuttgart zum Thema Planung von Technologien in unsicheren Märkten. Am Fraunhofer-Institut spezialisierte er sich dann auf Produktion von personalisierten Produkten - die beste Vorraussetzung also, um an solch einem Projekt zu arbeiten. “Als die Idee entstanden ist, eine personalisierte Gesichtspflege zu entwickeln, hatten wir dann auch mit dem Fraunhofer-Institut einen tollen Partner an der Seite, der es uns ermöglicht hat, gründliche Forschung zu betreiben.”
Gesichtspflege so einzigartig wie ein Fingerabdruck
Bei personalisierten Produkten denkt man häufig an Produkte, die zum Beispiel mit einem Namen oder einem Bild versehen sind. Skinmade geht bei der Personalisierung in die Tiefe: die Hautpflege wird speziell auf die Bedürfnisse der Kund:innen abgestimmt und on-demand produziert, es gleicht also kein Fläschcheninhalt dem anderen.
Überpflegung schadet der Haut
Überpflegung ist in der heutigen Zeit ein großes Problem, meint Viktor: “Die Haut ist ein komplexes Organ und durch die Verwendung von zu viel Kosmetik oder den falschen Produkten kann man die natürliche Hautbarriere zerstören und kämpft dann lange mit unangenehmen Folgen.”
Doch wie funktioniert die personalisierte Hautpflege? Um die Haut gründlich zu testen und die passende Pflege zu erstellen, muss man zuerst im Partner-Kosmetikstudio von Skinmade eine Hautanalyse machen. Danach bekommt man die Pflege direkt nach Hause zugeschickt. Nach einiger Zeit kann man den Test wiederholen, um die Pflege an die Bedürfnisse der Haut anzupassen. Die personalisierten Produkte werden in sogenannten Mini-Fakriken produziert - diese Maschinen waren bereits testweise in Parfümeriefilialen zu finden und das Start-up plant die Mini-Fakriken bald in Apotheken einzusetzen.
Mit neuen Technologien aus der Pandemie
Als die Kosmetikstudios coronabedingt schließen mussten, stand das Start-up auf einmal vor neuen Herausforderungen. Die Gründer entwickelten einen Hauttest, der auch zuhause durchgeführt werden kann und setzten auf eine neue Pflegelinie für jüngere Zielgruppen mit Akne namens Enka.
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Produkte, in denen viel Wissen steckt
„Wir entwickeln unsere Produkte nonstop weiter. Von der Messtechnik, über die Produktpalette möchten wir immer neue Technologien ergänzen“, erzählt Viktor. Derzeit forschen die beiden an der Entwicklung von personalisierten Nahrungsergänzungsmitteln: „Es ist ja bekannt, dass die Darmgesundheit eine Auswirkung auf das Hautbild hat. Wir arbeiten gerade an einem neuen Produkt, das eine personalisierte Kombination aus Bakterienstämmen und Vitaminen enthält, die die Haut positiv beeinflussen.“ Das Ergebnis soll bereits in einigen Monaten auf den Markt kommen.