In der 56. Minute fing Kickers-Torwart Felix Dornebusch eine Flanke ab. Der Ball rollte schon wieder, als der Unparteiische vom Linienrichter einen Hinweis bekam. Schiedsrichter Luca Schirilo zückte daraufhin die Rote Karte gegen Blank. Im Spielbericht vermerkte er „Tätlichkeit“. Viele Zuschauer hatten die Szene nicht im Blick, auch in der Übertragung im Internet war sie nicht zu sehen. Was war geschehen?
Schubser oder Tätlichkeit?
Blank schildert die Auseinandersetzung mit TuS-Stürmer Dylan Esmel aus seiner Sicht: „Bei der Flanke hat mein Gegenspieler mir mit seiner Hand ins Gesicht gefasst oder geschlagen, wie auch immer man das nennen will. Ich weiß, dass es Absicht war, weil er sich direkt danach zu mir umdreht und aggressiv auf mich zu kommt. Ich wollt ihn mir nur vom Leib halten und gebe ihm einen kleinen Schubser.“
Der Platzverweis sei eine zu harte Entscheidung: „Aus meiner Sicht war es zu wenig für eine Tätlichkeit, ich wollte mich eigentlich nur selbst schützen.“ Dass sein Gegenspieler daraufhin stürzt sei „clever“, sagt Blank. „Aber für mich fühlt es sich unfair an, dass so ein Verhalten belohnt wird.“
Erleichterung über vergebenen Elfmeter
Der Kickers-Spieler gibt jedoch zu: „Es war dumm, mich zu dem Schubser hinreißen zu lassen. Von daher geht es auf meine Kappe. Leider passiert so etwas im Fußball manchmal durch die Emotionen relativ schnell.“ Da die Szene sich im Strafraum abspielte, gab es zusätzlich Elfmeter für Koblenz. Diesen schoss Felix Könighaus an den Pfosten – zum Glück für die Kickers und Nico Blank. „Ich war schon erleichtert, weil es dann ein bisschen Wiedergutmachung war.“
Für den gebürtigen Backnanger war es die erste Rote Karte im Trikot der Kickers. Er hatte bislang lediglich zweimal die Gelb-Rote Karte gesehen – beim Aufstiegsspiel zur Regionalliga bei Eintracht Trier und beim WFV-Pokal-Spiel beim TSV Berg. „Ich bin ein sehr fairer Spieler“, sagt Nico Blank, „deshalb ist die Situation neu für mich. Ich war sehr niedergeschlagen und geschockt über die Rote Karte“.
Kein Einspruch gegen die Sperre
Vor allem wegen seiner Mitspieler bereut Blank die Szene: „Es ist natürlich ärgerlich für die Mannschaft, und ich kann es verstehen, wenn man sauer auf mich ist.“ Von Seiten des Trainers oder der Teamkameraden gab es statt Vorwürfen jedoch aufmunternde Worte. „Nico wird daraus lernen“, sagte Kickers-Trainer Mustafa Ünal. Der Spieler bestätigt das: „Ich werde mich in Zukunft raushalten und so etwas ignorieren.“
Nun steht für Blank jedoch die vorzeitige Winterpause an. Er wurde für zwei Spiele gesperrt. Der Verein akzeptiert diese Entscheidung des Verbands. Da es „keine glasklare Fehlentscheidung“ sei, fehle die Grundlage für einen Einspruch, sagt Kickers-Sportdirektor Marc Stein. „Mich ärgert es extrem“, sagt Blank. „Wir waren so gut drin und es hat so viel Spaß gemacht.“
Neu formierte Innenverteidigung
In den letzten beiden Spielen des Jahres gegen Hessen Kassel (3. Dezember, 14 Uhr/Gazi-Stadion) und die Zweitvertretung von Mainz 05 (10. Dezember, 16 Uhr) muss Blank daher zuschauen. Offen ist, wie die Innenverteidigung besetzt sein wird. „Es geht darum, das mannschaftlich aufzufangen“, sagt Stein. Am wahrscheinlichsten ist, dass Leon Maier neben Niklas Kolbe in der Innenverteidigung zum Einsatz kommt.
Auch Melvin Ramusovic ist ein Alternative (wie schon im Spiel beim Bahlinger SC). Eine große Überraschung wäre es, wenn die Leihgabe Mathis Bruns erstmals eine Chance bekommen würde. „Der Trainer wird genau hinschauen, wer sich wie gut präsentiert in der Trainingswoche“, so Stein.
Nico Blank darf am ersten Märzwochenende (1. bis 3. März) wieder eingreifen. Dann eröffnet das Heimspiel gegen den TSV Steinbach Haiger das neue Fußballjahr für die Kickers.