Stuttgarter Messe auf den Fildern Landesmesse liefert positives Ergebnis ab

Die Messebesucher kommen nach den Corona-Beschränkungen wieder zurück. Hier ein Bild von der diesjährigen Reisemesse CMT. Foto: Imago/Arnulf / Hettrich

Die Erholung des Messegeschäfts auf den Fildern nach den Einschränkungen durch die Pandemie läuft etwas besser als erwartet. Weiteren Ausbauplänen erteilt die Landesmesse eine Absage.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Die Landesmesse arbeitet sich schneller als erwartet aus dem Corona-Loch heraus. Im vergangenen Jahr verbuchte die Ausstellungswelt auf den Fildern einen Gewinn von 6,6 Millionen Euro. Davon gehen aber noch Pacht und Steuer ab. Mit dem Ergebnis liege man „deutlich über den Erwartungen“, sagte Stefan Lohnert, einer der beiden Messe-Geschäftsführer bei der Vorstellung der Ergebnisse am Donnerstag.

 

In den Jahren zuvor waren die Zahlen noch rot. 2020 waren es 15,8 Millionen Euro Minus, 2021 noch 6 Millionen – was aber weniger an einer Erholung des Geschäfts lag sondern an ausbezahlten Hilfen in der Corona-Zeit. Zur Einordnung: Im Jahr 2018 stand noch ein Gewinn von 34,7 Millionen Euro in den Büchern.

Rotes Tuch Veranstaltungsverbot

Auch der Sprecher der Geschäftsführung, Roland Bleinroth, nannte die 122,7 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2022 ein „beachtlich gutes Ergebnis“. Das vor allem vor dem Hintergrund, dass coronabedingt in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 noch ein komplettes Veranstaltungsverbot gegolten habe – eine Vokabel, die Bleinroth gerne zum Unwort des Jahres nominiert hätte.

Auch wenn die Einschränkungen aus der Pandemie der Vergangenheit angehören, so bleibt das Messegeschäft in der Gegenwart mit Unwägbarkeiten behaftet, die sich aus der weltpolitischen Lage ergeben. „Die starke Fokussierung auf China wird aus guten Gründen neu bewertet“, sagte Bleinroth. Als Konsequenz hat der Messeaufsichtsrat der Gründung einer Tochtergesellschaft in Indien seinen Segen erteilt.

Zuversicht für 2023

Für den Heimatmarkt zeigen sich Bleinroth und Lohnert optimistisch. 2023 werde das erste Jahr nach der Pandemie mit einem vollen Messekalender. 60 Veranstaltungen seien geplant – ein deutlicher Zuwachs gegenüber den 48 Messen im Jahr 2022. Die Besucherzahlen lagen mit etwas mehr als 596 000 im zurückliegenden Jahr schon wieder über dem Wert von 2020, dem ersten Jahr mit Corona-Einschränkungen.

Vom positiven Ergebnis der Landesmesse profitieren die beiden Gesellschafter Land und Stadt nicht. Es gebe traditionell keine Ausschüttung, sagt Bleinroth. Im Gegenzug muss die Messegesellschaft dann aber auch größere Investitionen alleine stemmen. Als Beispiel nennt der Messechef den Bau der Halle 10, der allein aus Mitteln des Unternehmens gestemmt worden sei. Einen weiteren Ausbau, wie etwa durch die schon einmal diskutierte Halle 11, werde es nicht mehr geben. „Flächenzuwachs dürfte in den kommenden Jahren nicht mehr entscheidend sein in der Messebranche“, prognostiziert Roland Bleinroth.

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