Stuttgarter Messe Didacta lockt Eltern an

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Alle drei Jahre wieder: Die Stuttgarter Bildungsmesse Didacta öffnet am Dienstag ihre Tore und damit auch 900 Aussteller. Zur europaweit größten Messe dieser Art werden bis zu 100.000 Besucher erwartet.

Auf der Messe dreht sich  von Dienstag an wieder alles um die Bildung. Foto: Zweygarth
Auf der Messe dreht sich von Dienstag an wieder alles um die Bildung. Foto: Zweygarth

Stuttgart - Im Wechsel mit Hannover und Köln findet in Stuttgart alle drei Jahre die Bildungsmesse Didacta statt. Europaweit, vermutlich sogar weltweit, ist es die größte Messe dieser Art. Am Dienstag wird das fünfttägige Spektakel eröffnet. Messechef Ulrich Kromer hofft auf einen Rekord: „Vielleicht knacken wir die Marke von 100 000 Besuchern.“ Die Didacta in Köln habe 97 000 Gäste gehabt, die Stuttgarter beim letzten Mal 95 000. Für eine Expansion sind die Weichen gestellt: 900 Aussteller kommen – mehr als je zuvor. Die Fläche für die Pavillons und Stände ist um 15 Prozent erweitert worden, erstmals werden neun Hallen genutzt. 80 Aussteller aus dem Ausland sind da – wesentlich mehr als 2011.

Inhaltlich sind neue Themen an Bord, zu den traditionellen Feldern Kindertagesstätten, Schule und Hochschulen sowie berufliche Bildung sind zwei Bereiche gekommen: Die Halle vier steht unter dem Titel „Ministerien, Institutionen und Organisationen“ – was ein klarer Hinweis ist, dass Bildung auch gut verwaltet sein will. Neu ist auch der Bereich „Neue Technologien“ in Halle acht, wo über digitale Bildungsmedien informiert wird und Lehr- und Lernsoftware für Schulen vorgestellt wird.

Der Umsatz der Schulbuchverlage ist leicht gesunken

Die Schulbuchverlage haben auf der Didacta ihre feste Heimat. Der Verband der Bildungsmedien stellt die größte Ausstellergruppe, aber dessen Vorsitzender Wilmar Diepgrond legte wenig erfreuliche Zahlen vor: Der Umsatz der Branche sei leicht gesunken auf 419 Millionen Euro im Jahr, davon entfielen 300 auf allgemeinbildende Schulen, 69 auf die berufliche Bildung, 49 auf die Erwachsenenbildung, der Rest auf Sonstiges. Fehlende Lernmittelbudgets macht er dafür verantwortlich. Fleißig sind die Verlage trotz der schwachen Konjunktur: 8000 neue Produkte werden sie vorstellen.

Die Didacta lebt von ihrem imposanten Rahmenprogramm: 2000 Fachvorträge, Workshops und Diskussionsrunden sind es diesmal. Es geht um frühkindliche Bildung, das gläserne Klassenzimmer, Cybermobbing oder duale Bildung im Donauraum. Es findet ein Bayern-Tag statt, eine Rektorenkonferenz der Auslandsschulen, ein Treffen von 1200 Bürgermeistern. 3000 Erzieherinnen haben schon Kurse gebucht. Der Ex-Fußballprofi Christoph Metzelder wird am Mittwoch wegen seines Eintretens für Kinder zum Didacta-Bildungsbotschafter ernannt. Zu den Veranstaltungsreihen „Forum Bildung“ und „Forum Unterrichtspraxis“ gesellt sich künftig der „Marktplatz Beruf ist Zukunft“. Rund zehn Prozent der Besucher sind übrigens weder Lehrer noch Erzieher sondern Privatleute – Eltern und pädagogisch Interessierte.

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